Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland gerade einmal 159.000 Einheiten gebaut. Viel zu wenig, um den Bedarf zu decken. Die Folge: Steigende Mieten und Kaufpreise. Davon profitieren vor allem Investoren und Immobilienbesitzer.

In Deutschland werden immer weniger Wohnungen gebaut. Laut Statistischem Bundesamt sackte die Zahl der fertiggestellten Wohneinheiten im vergangenen Jahr auf gerade 159.000 ab. Das waren 9,6 Prozent oder 17.000 weniger als 2008 und bereits der dritte kräftige Rückgang in Folge. Damit sinkt die Zahl auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung. Den Höchststand hatte die Bautätigkeit 1995 mit 603.000 Fertigstellungen erreicht.
Besonders deutlich war der Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern, die ein Minus im Vergleich zum Vorjahr von 12,4 Prozent beziehungsweise 15,2 Prozent hinnehmen mussten. Ebenfalls rückläufig war die Fertigstellung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (minus 5,8 Prozent). In Wohngebäuden wurden 2009 insgesamt 137.000 Neubauwohnungen fertig gestellt (minus 10,3 Prozent gegenüber dem Jahr 2008). Auch die Zahl der neuen Eigentumswohnungen reduzierte sich um 12,7 Prozent auf 26.511.
Pech für Mieter, Glück für Investoren und Eigentümer
"Der Wohnungsbau in Deutschland ist seit Jahren rückläufig. Die Fertigstellungszahlen liegen deutlich unterhalb des eigentlichen Bedarfs", erklärt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des IVD. Laut aktueller Untersuchungen liegt der Neubaubedarf bei rund 195.000 Einheiten im Jahr.
Pech für Mieter, Glück für Investoren und Eigentümer. Denn ihnen nutzen meist zurückgehende Fertigstellungszahlen bei gleichbleibender Nachfrage. "Investoren von bestehenden Mehrfamilienhäusern oder vermieteten Wohnungen können vom derzeitigen Marktumfeld profitieren, da die Nachfrage nach Wohnimmobilien durch den Neubau nicht gedeckt wird", so Schick. Die Folge: Steigende Mieten und Kaufpreise.
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