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Asset-Management Lauern auf die Geldentwertung

[15:02, 24.11.09]

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Anleger fürchten einen Anstieg der Inflation. Doch die Flucht in Sachwerte hat wohl noch Zeit. Wie man sein Geld am besten anlegen sollte, verraten Fondsmanager.


Die Sorge vor einer steigenden Inflation schwelt, seit Regierungen und Zentralbanken der Wirtschaftskrise den Kampf angesagt haben. Die Zentralbanken pumpen seit Monaten enorm viel Geld in den Markt, um das angeschlagene Finanzsystem zu stützen. Sollte die Wirtschaft wieder anspringen und die Zentralbanken das Geld nicht rechtzeitig wieder einsammeln, könnte eine Spirale aus steigenden Preisen und Löhnen die Geldentwertung vorantreiben.

Außerdem könnte die Rekordverschuldung der westlichen Industrienationen die Inflation anheizen. Die Regierungen könnten politischen Druck auf die Zentralbanken machen, eine steigende Inflation zuzulassen. Denn eine Geldentwertung würde auch die Schuldenlast der Staaten entwerten. Für den Börsenexperten und selbst ernannten Crashpropheten Roland Leuschel ist die Sache klar: Die Welt schwimmt im billigen Geld, und eine Inflation ist nur eine Frage der Zeit. Anleger sollten deshalb mindestens 25 Prozent ihres Vermögens in Gold anlegen.

Bleibt die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Denn aktuell ist Inflation noch kein Problem, melden die meisten Ökonomen übereinstimmend: "Wichtige Indikatoren geben immer noch Entwarnung", sagt Jürgen Rauhaus, Investmentchef Deutschland bei der Fondsgesellschaft Pioneer Investment. Der Preisanstieg von Konsumgütern liegt bei annähernd null. Auf kurze Sicht warnen Experten daher auch weniger vor der Gefahr einer Inflation als vielmehr vor anhaltender oder sich verschärfender Deflation: "Wenn man die Ölpreise einmal außer Acht lässt, ist bereits eine leichte Deflation zu beobachten", sagt Sandor Steverink, Fondsmanager bei Delta Lloyd Asset Management.

Massive Geldentwertung erst in zwei Jahren

Derzeit scheint es also, als könnten sich Anleger mit dem Inflationsschutz noch ein wenig gedulden. Ab übernächstem Jahr halten viele Experten eine verstärkte Geldentwertung jedoch für wahrscheinlich. "Bis 2010 bleibt die Geldentwertung niedrig", prognostiziert etwa Martin Hüfner, Chefvolkswirt beim Asset-Manager Assenagon. "Aber danach platzt die neue Blase aus Staatsverschuldung und hoher Liquidität." Mit einer Hyperinflation von zehn Prozent und mehr pro Jahr rechnen bislang nur professionelle Schwarzseher, einige Prozentpunkte könnten es nach Meinung führender Volkswirte aber wohl werden.

Investoren sollten sich gegen die Geldentwertung schützen. Die am häufigsten gehörte Empfehlung lautet Sachwerte, insbesondere Gold und Immobilien. Allerdings hat der Goldpreis bereits die 1000-Dollar-Marke geknackt. Wer dennoch investiert, könnte ein Problem bekommen, sollte die Inflation weniger stark wachsen als befürchtet. Denn dann könnten auch die Kurse des vermeintlich sicheren Goldes bröckeln.

Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus. Rohstoffspezialisten wie die Investmentboutique ERA Resources prognostizieren in den kommenden Jahren vielmehr einen noch stärkeren Trend zu Sachwerten: "Anleger gehen von einer kommenden Inflation aus und vertrauen den Papierwährungen nicht mehr", sagt ERA-Chef Werner Ullmann.

Immobilien als Inflationsschutz

Parallel dazu verstärken zahlreiche Länder ihre Bemühungen, den Dollar als Reservewährung weiter herunterzufahren und zunehmend Gold vorzuhalten. "Länder wie China, Indien und Russland, aber auch Italien haben bereits angekündigt, stärker in Gold zu diversifizieren", sagt Rohstoffexperte Ullmann.

Als weiterer Inflationsschutz gelten Immobilien, sie genießen derzeit aber nicht den besten Ruf: Denn die Blase am US-Immobilienmarkt gilt als der Auslöser der Wirtschaftskrise. In Deutschland mussten offene Immobilienfonds zudem zwischenzeitig die Gelder ihrer Anleger einfrieren. Und wer sich in einem geschlossenen Fonds engagieren will, muss sich schon gut im Immobilienmarkt auskennen. Ein nach der Fertigstellung leer stehendes Büroobjekt taugt mangels Einnahmen jedenfalls nicht als geeigneter Inflationsschutz.

Wer in Aktien investiert und in den vergangenen Monaten von der Erholung an den Börsen profitiert hat, ist damit auch angesichts der Inflationsszenarien nicht unbedingt falsch aufgehoben. Denn häufig steigen parallel zu den Konsumgüterpreisen auch die Unternehmensgewinne und damit die Aktienkurse - sofern ein Konzern gestiegene Beschaffungspreise weiterreichen kann. Ob Kursgewinne im Einzelfall tatsächlich eine Inflation ausgleichen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vor allem die Zentralbanken könnten den Aktienkursen zusetzen, wenn sie ihre Zinssätze zur Inflationsbekämpfung massiv anheben.


 

© 2009 ftd.de, © Illustration: AFP

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