Am 1. April 2008 hat Stephan Exler, Vermögens- und Portfoliomanager bei Sal. Oppenheim, eines seiner Vermögensmandate anonymisiert für uns veröffentlicht. Ein Börsenkapital von 640.000 Euro wollte er mithilfe unseres Money-Management-Konzepts gewinnbringend verwalten. Auf unserer Internetseite können User und Leser die Entwicklung des Portfolios nachvollziehen. Nach gut einem Jahr ziehen wir eine erste Bilanz: Hat sich die Money-Management-Strategie ausgezahlt? Wie hat sie sich im außergewöhnlichen Marktumfeld geschlagen?
Die Aktienkurse haben, gemessen am DAX und S&P 500, seither prozentual zweistellig verloren, das Money-Management-Depot, das nur in Aktien investiert, hat immerhin ein kleines Plus von fast fünf Prozent erzielt – und dies unter Berücksichtigung von jeweils einem Prozent Transaktionskosten. Diese Gebühren summieren sich ganz schön, denn bereits innerhalb des ersten Jahres wurde in 41 Aktien und in ein Bonuszertifikat investiert. „Die meisten Positionen wurden natürlich mit Verlust geschlossen“, gibt Verwalter Exler zu. „Das ist das Prinzip des Money-Managements. Aber die einzelnen Verluste waren alle begrenzt auf ein Prozent des Börsenkapitals und damit klein, während die geringe Anzahl der Gewinn-Trades durch die jeweils hohen Gewinne für das Plus im Depot sorgten.“
Money-Management ist ein ausgefeiltes System zur aktiven Steuerung des Risikos und des Kapitaleinsatzes. Viele professionelle Vermögensberater kümmern sich in der Beratung und Umsetzung durchaus um die Kapitalkontrolle, also die Aufteilung von spekulativen und konservativen Anlagen, sowie um die Höhe der gehaltenen Barreserven. Auch die Diversifikation, also die Verteilung des Kapitals auf einzelne Titel, Branchen und verschiedene Märkte, ist ein wichtiges Thema.
Die Risikokontrolle wird dabei jedoch gern außer Acht gelassen. Bei diesem wichtigen Bestandteil der Steuerung wird zunächst der Kapitaleinsatz jeder einzelnen Position berechnet. Darüber hinaus wird das höchste Risiko bestimmt, das pro Engagement eingegangen werden soll. Aus dieser Verlustbegrenzung wird idealerweise bei gestiegenen Kursen eine Gewinnsicherung. Beides wird über Stoppkurse realisiert und der jeweils aktuellen Marktphase angepasst. Dadurch konnten beim 2008er-Crash höhere Depotverluste verhindert werden.
Exler ist zuversichtlich, in den kommenden Monaten mit dem Money-Management-Depot reüssieren zu können. Die Unsicherheit an den Börsen sei weiter sehr groß und die Volatilität immer noch hoch. Daher sei der Fokus auf eine starke Risikokontrolle unabdingbar. Aktuell hält der Portfoliomanager etwa zwei Drittel des Börsenkapitals als Bargeld. Er will erst wieder aktiver werden und den Investitionsgrad nach oben schrauben, wenn die von ihm im Umfeld der Quartalssaison erwartete Kursschwäche eingetreten ist. Womöglich wird dann auch der Rückstand zur Gold-Performance wettgemacht. Das Edelmetall legte seit April 2008 auf Euro-Basis um immerhin 17,5 Prozent zu.
Diesen Artikel bookmarken bei...