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Börse Online Zertifikateaward 2011 Der Sieger kommt aus Frankreich

[11:02, 14.07.11]


Die französische Großbank  BNP Paribas ist die diesjährige Gewinnerin des Zertifikateawards. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte sie überzeugend abgeschnitten.


 

Favoritenwechsel bei deutschen Privatanlegern: Zweimal hatte mit  HSBC Trinkaus ein eher kleinerer Emittent unsere Leserwahl zum Zertifikateemittenten des Jahres gewonnen. Dieses Jahr schiebt sich ein Branchenschwergewicht nach ganz vorn. Die französische Bank  BNP Paribas ist im deutschen Zertifikatemarkt mit einem Gesamtvolumen von rund 110 Mrd. Euro längst eine Hausnummer. Mit der Schulnote von 1,81 und einem im Vergleich zum Vorjahr fast konstanten Wert bei der entscheidenden Frage nach der Gesamtzufriedenheit schafft es die Großbank in diesem Jahr auf Rang eins.

Auch bei wichtigen Unterkategorien schafft es die Bank, konstant gute Bewertungen zu erzielen. Bei den wichtigen Fragen nach der „Fairen Preisstellung" und der Kulanz bei Reklamationen landet sie ganz vorn, ebenso bei der Gebührentransparenz und bei der Information über Risiken der Zertifikateanlage.

Unsere nichtrepräsentative Internetumfrage fand in der Zeit vom 19. Mai bis zum 19. Juni 2011 statt. Insgesamt kamen die Emittenten auf knapp 800 Bewertungen von Privatanlegern. Um in das Finalranking unserer Umfrage aufgenommen zu werden, brauchten die Anbieter mindestens 40 Kundenbewertungen. Das gelang in diesem Jahr insgesamt sieben Häusern. Hinter dem Gesamtsieger aufs Treppchen schafften es die  Royal Bank of Scotland und  HSBC Trinkaus.

In den beiden vergangenen Jahren hatten die Düsseldorfer jeweils unseren Leseraward gewonnen. 2011 müssen sie zwar bei der Gesamtzufriedenheit deutlich Federn lassen, bestätigen aber mit ihrem dritten Platz ihr insgesamt gutes Standing bei den heimischen Privatanlegern. Deutlich schlechtere Noten als im Vorjahr bekam  HSBC Trinkaus von den sehr kostensensitiven BÖRSE ONLINE-Lesern insbesondere bei den Fragen etwa nach der fairen Preisstellung, der Zuverlässigkeit der Preisstellung, der Transparenz der Gebühren und der Abwicklung der Orders.

Royal Bank of Scotland ist Aufsteiger des Jahres

„Die  Royal Bank of Scotland dagegen kann man getrost als Aufsteiger des Jahres bezeichnen", erläutert Stefan Henrichsmeier vom Aachener Marktforschungs- und Consultingunternehmen AC Research, das die Umfrage betreut und ausgewertet hat. Im vergangenen Jahr war dieser Anbieter noch Träger der roten Laterne.

Auf den Plätzen vier bis sieben landen die DZ Bank, die  Commerzbank, die  Société Générale und mit etwas Abstand die  Deutsche Bank. Mit Macquarie Oppenheim verpasste ein kleinerer Anbieter den Einzug ins Finale nur knapp, der ansonsten auf Topbenotungen bei der Gesamtzufriedenheit gekommen wäre. Interessant: „Die großen deutschen Adressen  Deutsche Bank gefolgt von der  Commerzbank sind mit klarem Abstand die bekanntesten Anbieter am Markt, Gesamtsieger  BNP Paribas folgt erst auf Rang drei", sagt Studienleiter Henrichsmeier.

Bekannt, aber nicht so beliebt

Dieses Ergebnis deckt sich mit den Statistiken des Deutschen Derivate Verbands (DDV). Werden doch die Produkte von Deutscher Bank und  Commerzbank mit deutlichem Vorsprung vor  BNP Paribas am meisten gehandelt. „Dennoch landen die beiden großen deutschen Adressen bei unserer Frage nach der Gesamtzufriedenheit weiter hinten. Bekannt, aber nicht sonderlich beliebt, lautet offenbar das Fazit der Anleger", sagt Henrichsmeier.

Gerade die  Deutsche Bank hat in der Privatanlegergunst gegenüber dem Vorjahr eingebüßt: Ihre Note bei der Gesamtzufriedenheit verschlechtert sich deutlich von 2,06 auf 2,36. Wo viel gehandelt wird, passieren natürlicherweise offenbar auch mal Fehler. Das zeigt ein Blick in die Angaben der Leser, die schlechte Erfahrungen mit einzelnen Emittenten gemacht haben. Zwar bekommen alle Anbieter hier mehr oder minder ihr Fett weg, aber die  Deutsche Bank erhält vergleichsweise viel Kritik – insbesondere bei der Abwicklung und beim Service der Mitarbeiter.

Zertifikakteanleger sind sehr erfahren

Zwar ist die Gesamtzufriedenheit speziell mit den beiden bekanntesten deutschen Anbietern nicht sehr ausgeprägt. Anders sieht es aber aus, wenn man die Privatanleger fragt, welche Anbieter bei Einzelprodukten besonders gut abschneiden. Hier macht sich das breite Produktspektrum der deutschen Platzhirsche bemerkbar. Vor allem die  Commerzbank kann hier punkten. Sie hat nach Meinung der Befragten die besten Index-, Discount- und Bonuszertifikate, ferner Knock-outs und Optionsscheine im Angebot. Die  Deutsche Bank sehen die Anleger bei Expresszertifikaten ganz vorn, die DZ Bank bei Garantiezertifikaten.

Interessant: Die Mehrheit der Befragten sind keine Anfänger beim Handel mit Zertifikaten. Nur 25 Prozent von ihnen haben weniger als drei Jahre Erfahrung. Fast 60 Prozent handeln zwischen drei und zehn Jahren mit diesen Papieren, 17 Prozent länger als zehn Jahre. Kein Wunder, dass zwei von drei Anlegern 36 Jahre und älter sind. Die überwiegende Mehrheit nutzt Zertifikate als Depotbeimischung: 60 Prozent haben einen Zertifikateanteil von maximal 25 Prozent im Depot. Bei 16 Prozent liegt der Zertifikateanteil bei 50 Prozent und mehr. Und mehrheitlich nutzen die Anleger die Papiere, um auf steigende Kurse zu setzen.

Rund 70 Prozent der Befragten sind im Übrigen der Meinung, dass Zertifikate besser sind als ihr Ruf – ein klarer Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert. 66 Prozent haben mit diesen Papieren gute oder sogar sehr gute Erfahrungen gesammelt – ebenfalls mehr als noch 2010.

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