Die französische Großbank
BNP Paribas ist die diesjährige Gewinnerin des Zertifikateawards. Schon in den vergangenen zwei Jahren hatte sie überzeugend abgeschnitten.

Favoritenwechsel bei deutschen Privatanlegern: Zweimal hatte mit
HSBC Trinkaus ein eher kleinerer Emittent unsere Leserwahl zum Zertifikateemittenten des Jahres gewonnen. Dieses Jahr schiebt sich ein Branchenschwergewicht nach ganz vorn. Die französische Bank
BNP Paribas ist im deutschen Zertifikatemarkt mit einem Gesamtvolumen von rund 110 Mrd. Euro längst eine Hausnummer. Mit der Schulnote von 1,81 und einem im Vergleich zum Vorjahr fast konstanten Wert bei der entscheidenden Frage nach der Gesamtzufriedenheit schafft es die Großbank in diesem Jahr auf Rang eins.
Auch bei wichtigen Unterkategorien schafft es die Bank, konstant gute Bewertungen zu erzielen. Bei den wichtigen Fragen nach der „Fairen Preisstellung" und der Kulanz bei Reklamationen landet sie ganz vorn, ebenso bei der Gebührentransparenz und bei der Information über Risiken der Zertifikateanlage.
Unsere nichtrepräsentative Internetumfrage fand in der Zeit vom 19. Mai bis zum 19. Juni 2011 statt. Insgesamt kamen die Emittenten auf knapp 800 Bewertungen von Privatanlegern. Um in das Finalranking unserer Umfrage aufgenommen zu werden, brauchten die Anbieter mindestens 40 Kundenbewertungen. Das gelang in diesem Jahr insgesamt sieben Häusern. Hinter dem Gesamtsieger aufs Treppchen schafften es die
Royal Bank of Scotland und
HSBC Trinkaus.
In den beiden vergangenen Jahren hatten die Düsseldorfer jeweils unseren Leseraward gewonnen. 2011 müssen sie zwar bei der Gesamtzufriedenheit deutlich Federn lassen, bestätigen aber mit ihrem dritten Platz ihr insgesamt gutes Standing bei den heimischen Privatanlegern. Deutlich schlechtere Noten als im Vorjahr bekam
HSBC Trinkaus von den sehr kostensensitiven BÖRSE ONLINE-Lesern insbesondere bei den Fragen etwa nach der fairen Preisstellung, der Zuverlässigkeit der Preisstellung, der Transparenz der Gebühren und der Abwicklung der Orders.
Royal Bank of Scotland ist Aufsteiger des Jahres
Bekannt, aber nicht so beliebt
Zertifikakteanleger sind sehr erfahren
Zwar ist die Gesamtzufriedenheit speziell mit den beiden bekanntesten deutschen Anbietern nicht sehr ausgeprägt. Anders sieht es aber aus, wenn man die Privatanleger fragt, welche Anbieter bei Einzelprodukten besonders gut abschneiden. Hier macht sich das breite Produktspektrum der deutschen Platzhirsche bemerkbar. Vor allem die
Commerzbank kann hier punkten. Sie hat nach Meinung der Befragten die besten Index-, Discount- und Bonuszertifikate, ferner Knock-outs und Optionsscheine im Angebot. Die
Deutsche Bank sehen die Anleger bei Expresszertifikaten ganz vorn, die DZ Bank bei Garantiezertifikaten.
Interessant: Die Mehrheit der Befragten sind keine Anfänger beim Handel mit Zertifikaten. Nur 25 Prozent von ihnen haben weniger als drei Jahre Erfahrung. Fast 60 Prozent handeln zwischen drei und zehn Jahren mit diesen Papieren, 17 Prozent länger als zehn Jahre. Kein Wunder, dass zwei von drei Anlegern 36 Jahre und älter sind. Die überwiegende Mehrheit nutzt Zertifikate als Depotbeimischung: 60 Prozent haben einen Zertifikateanteil von maximal 25 Prozent im Depot. Bei 16 Prozent liegt der Zertifikateanteil bei 50 Prozent und mehr. Und mehrheitlich nutzen die Anleger die Papiere, um auf steigende Kurse zu setzen.
Rund 70 Prozent der Befragten sind im Übrigen der Meinung, dass Zertifikate besser sind als ihr Ruf – ein klarer Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert. 66 Prozent haben mit diesen Papieren gute oder sogar sehr gute Erfahrungen gesammelt – ebenfalls mehr als noch 2010.

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