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ETF-Award 2011 Reinheitsgebot gewinnt

[13:46, 25.08.11]


ETFLab, die erst 2008 gestartete ETF-Tochter der Dekabank, hat zwar weniger Indexfonds als die große Konkurrenz. Doch die Leser von BÖRSE ONLINE schätzen die Beschränkung auf voll-replizierende ETFs.


 

Bier und börsengehandelte Indexfonds, kurz ETFs, haben nichts gemeinsam? ETFLab, die ETF-Tochter der Dekabank, sieht das etwas anders. Denn der Anbieter aus der Biermetropole München stellt seinen Kunden „Anlegen nach dem Reinheitsgebot" in Aussicht. Das bedeutet aber nicht, dass ETFLab nun ausgerechnet ETFs auf Rohstoffe wie Hopfen und Malz auflegt. Es heißt viel mehr, dass die Deka-Tochter bei fast allen ihren Produkte auf eine vollständige Replikation des Index setzt, den ihre Produkte jeweils abbilden. Es ist also drin, was außen draufsteht – anders als bei ETFs, die den Kursverlauf eines Index mit Swaps nachbilden.

Dieser puristische Ansatz kommt an bei deutschen Privatanlegern. Zwar ist ETFLab erst 2008 an den Markt gegangen und ist mit einem verwalteten Kundenvermögen von 5,8 Milliarden US-Dollar in 40 ETFs per Ende Juni nur die Nummer elf unter den Indexfondsanbietern in Europa. Trotzdem sichert sich die Gesellschaft zum zweiten Mal in Folge den Titel „ETF-Anbieter des Jahres" für das Jahr 2011. Wie bei BÖRSE ONLINE-Awards üblich, ist die Meinung unserer Leser maßgeblich. Sie bewerten die Leistungen der Anbieter aus Privatanlegersicht.

Auch dieses Jahr gelang es fünf Anbietern, mehr als 50 Kundenbewertungen auf sich zu vereinen und daher ins Finalranking einzuziehen. Unsere nicht-repräsentative Internetumfrage fand vom 21. Juni bis zum 24. Juli statt und wurde von etlichen ETF-Anbietern und Onlinebrokern unterstützt. In die Auswertung gingen insgesamt 555 Bewertungen ein.

Wenig Bewegung gab es dabei im Gesamtklassement. Auf Platz zwei folgt wie schon im Vorjahr Lyxor, die zur französichen Großbank  Société Générale gehört. Auf Rang drei landet erneut Blackrock mit seiner Marke iShares – mit großem Abstand Weltmarktführer bei ETFs. Lediglich auf den Rängen vier und fünf gab es einen Wechsel: Die zur  Deutschen Bank gehörenden DB-X-Trackers und Comstage von der  Commerzbank tauschen die Plätze. DB-X-Trackers ist mittlerweile in Europa der drittgrößte ETF-Anbieter. Kein Wunder, dass diese Marke bei den befragten deutschen Privatanlegern am allerbekanntesten ist – und die heimische Marke sogar noch vor Weltmarktführer iShares rangiert. Comstage hatten den ETF-Award anno 2009 gewonnen. „Seither ist das Haus aber in der Kundengunst abgesackt und ist jetzt Schlußlicht im Finalklassement", sagt Stefan Henrichsmeier, Projektleiter der Studie beim Aachener Marktforschungs- und Consultingunternehmen ac research, das die Studie für BÖRSE ONLINE betreut hat.

Gesamtsieger ETFLab bekommt auch bei etlichen Einzelkriterien gute Noten. Nach Meinung der BÖRSE ONLINE-Leser bietet das Haus unter anderem die günstigsten Gebühren, erklärt den Aufbau seiner Produkte am besten, verfügt über die beste Website und den besten Mitarbeiterservice und zeigt sich auch bei Reklamationen besonders kulant. Last but not Least genießt die Deka-Tochter das höchste Kundenvertrauen. Schwachpunkt bleibt die Auswahl an ETFs – dass hier Weltmarktführer iShares siegt, dürfte keine Überraschung sein. Auch in Sachen Innovationsfreude schneidet ETFLab schlechter ab als andere: Hier führt DB-X-Trackers. Die ETF-Marke der  Deutschen Bank bietet nach Meinung der Befragten auch die besten Geldmarkt-ETFs.Bei Aktien-, Renten- und Rohstoff-ETFs sehen die Anleger dagegen iShares ganz vorne.

Seit elf Jahren gibt es nun ETFs in Deutschland. Im August wurden schon knapp 860 Produkte in Frankfurt gehandelt. Vier von fünf Umfrageteilnehmer nutzen ETFs zur Einmalanlage und kaufen sie über einen Onlinebroker, aber knapp 20 Prozent investieren auch regelmäßig über Sparplänen.

Und das Interesse an ETF-Sparplänen wächst weiter an. Bei der  DAB bank etwa ist die Anzahl der ausgeführten ETF-Sparpläne seit Juli 2010 um 130 Prozent gestiegen, bei der  comdirect liegen die Zuwächse in diesem Jahr bisher bei 27 Prozent. Inzwischen machen ETF-Sparpläne beim Broker aus Quickborn zwölf Prozent aller Fondssparpläne aus.

Auch die Konditionen bei ETF-Sparplänen sind inzwischen für Anleger interessant. Details finden Sie <hier».



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