Holger Schmitz
Alter: 48 Jahre
Position: Verwaltungsrat der Vermögensverwaltung
Schmitz & Partner AG im
Tessin
Karriere: Banklehre, Studium der
Betriebswirtschaftslehre, leitender Mitarbeiter
bei André Kostolany (Fiduka),
Promotion in Wirtschaftswissenschaft.
Seit dem Jahr 1993 selbstständiger
Vermögensverwalter
Privat: verheiratet, ein Sohn
Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Im Jahr 1974 mit Nachhilfe in Mathematik
– für 5,50 Mark die Stunde.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Gar nicht, ich habe es gespart. Denn:
„Reich wird man nicht durch das, was
man verdient, sondern durch das, was
man nicht ausgibt!“ (Henry
Ford)
Was war Ihr erstes Investment?
Im Jahr 1978: zehn Hoesch-Aktien.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Eine Kaufoption auf Preussag-Aktien
mit einem realisierten Gewinn von 700
Prozent in drei Monaten. Das war 1980.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Das Optionsgeschäft direkt im Anschluss
daran.
Was ist Ihr Anlagemotto?
An der Börse ist alles möglich – auch das
Gegenteil!
Macht Geld glücklich?
Geld allein nicht – man braucht zusätzlich
noch schuldenfreie Immobilien, Aktien,
Gold und Silber et cetera.
Wer ist Ihr Vorbild?
Mein Mentor: André Kostolany.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Mit dem Mann und seinem Hund beim
Spaziergang. Der Mann läuft langsam
und gleichmäßig weiter. Der Hund läuft
vor und zurück. Aber beide bewegen sich
in die gleiche Richtung. Der Mann ist die
Wirtschaft, der Hund die Börse.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Der DAX ist nicht entscheidend für
nachhaltigen Anlageerfolg, sondern die
Wertentwicklung von gut aufeinander
abgestimmten einzelnen Wertpapieren.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Gut diversifizierte, weltweit anlegende
Aktienfonds.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben könnten, was würden Sie kaufen?
Kleinere Gold- und Silbermünzen für
meinen knapp vierjährigen Sohn.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld geben?
Mein letztes Geld würde ich spekulativ
investieren. Frei nach Kostolany: Wer
kein Geld hat, muss spekulieren!
Heiko Hinkel:
Was denken Sie, wie würde Kostolany derzeit anlegen?
Kosto würde angesichts der in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich deutlich anziehenden Inflationsraten – er hat eine höhere Inflation immer befürwortet – mehrheitlich
auf substanzstarke Aktien mit hohen Eigenkapitalquoten setzen.
Kurt Ulmer:
Wie lange halten Sie durchschnittlich ein Investment?
Im Schnitt vier bis fünf Jahre, manche soliden Aktien sogar noch länger.
Christoph Spichalskz:
Welches Potenzial sehen Sie in rasant wachsenden Ländern wie etwa Indien?
Ein hohes. Wegen der höheren Wachstumsraten und der niedrigeren Verschuldung im
Vergleich zu den Industrieländern. Wir investieren aber nicht nur direkt in den Emerging
Markets, sondern auch in Aktien, die dort viel Geld erwirtschaften.
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