Finale

Finale An der Börse ist alles möglich

[12:45, 25.08.10]


Holger Schmitz

Alter: 48 Jahre

Position: Verwaltungsrat der Vermögensverwaltung Schmitz & Partner AG im Tessin

Karriere: Banklehre, Studium der Betriebswirtschaftslehre, leitender Mitarbeiter bei André Kostolany (Fiduka), Promotion in Wirtschaftswissenschaft. Seit dem Jahr 1993 selbstständiger Vermögensverwalter

Privat: verheiratet, ein Sohn


Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Im Jahr 1974 mit Nachhilfe in Mathematik – für 5,50 Mark die Stunde.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Gar nicht, ich habe es gespart. Denn: „Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt!“ (Henry  Ford)

Was war Ihr erstes Investment?

Im Jahr 1978: zehn Hoesch-Aktien.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

Eine Kaufoption auf Preussag-Aktien mit einem realisierten Gewinn von 700 Prozent in drei Monaten. Das war 1980.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

Das Optionsgeschäft direkt im Anschluss daran.

Was ist Ihr Anlagemotto?

An der Börse ist alles möglich – auch das Gegenteil!

Macht Geld glücklich?

Geld allein nicht – man braucht zusätzlich noch schuldenfreie Immobilien, Aktien, Gold und Silber et cetera.

Wer ist Ihr Vorbild?

Mein Mentor: André Kostolany.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Mit dem Mann und seinem Hund beim Spaziergang. Der Mann läuft langsam und gleichmäßig weiter. Der Hund läuft vor und zurück. Aber beide bewegen sich in die gleiche Richtung. Der Mann ist die Wirtschaft, der Hund die Börse.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Der DAX ist nicht entscheidend für nachhaltigen Anlageerfolg, sondern die Wertentwicklung von gut aufeinander abgestimmten einzelnen Wertpapieren.

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Gut diversifizierte, weltweit anlegende Aktienfonds.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben ­könnten, was würden Sie kaufen?

Kleinere Gold- und Silbermünzen für meinen knapp vierjährigen Sohn.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld geben?

Mein letztes Geld würde ich spekulativ investieren. Frei nach Kostolany: Wer kein Geld hat, muss spekulieren!

Fragen der Leser an Holger Schmitz

Heiko Hinkel:

Was denken Sie, wie würde Kostolany derzeit anlegen?

Kosto würde angesichts der in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich deutlich anziehenden Inflationsraten – er hat eine höhere Inflation immer befürwortet – mehrheitlich auf substanzstarke Aktien mit hohen Eigenkapitalquoten setzen.

Kurt Ulmer:

Wie lange halten Sie durchschnittlich ein Investment?

Im Schnitt vier bis fünf Jahre, manche soliden Aktien sogar noch länger.

Christoph Spichalskz:

Welches Potenzial sehen Sie in rasant wachsenden Ländern wie etwa Indien?

Ein hohes. Wegen der höheren Wachstumsraten und der niedrigeren Verschuldung im Vergleich zu den Industrieländern. Wir investieren aber nicht nur direkt in den Emerging Markets, sondern auch in Aktien, die dort viel Geld erwirtschaften.

 



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© 2010 boerse-online.de, © Illustration: Holger Schmitz

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