Christin Stock
Alter: 28 Jahre
Position: Analystin bei Cognitrend
Karriere: Die studierte Betriebswirtin analysiert und prognostiziert seit 2005 das Verhalten und die Stimmung der Marktteilnehmer mittels
Behavioral Finance, einer Synthese aus Psychologie und Ökonomie. Unter www.blognition.de zeigt Christin Stock neben wichtigen Erkenntnissen der verhaltensorientierten Finanzmarktforschung auch auf, wie viel Psychologie im Alltag, an den Märkten und in der Politik steckt
Privat: liebt Fußball und Safaris
Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit neun Jahren habe ich Armbänder aus buntem Garn geknüpft und verkauft.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe es ins Sparschwein gesteckt.
Was war Ihr erstes Investment?
Ein Biotechfonds mit 16 – das mussten meine Eltern noch genehmigen.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Die 2700 Euro für meinen ersten Südafrikaurlaub. Erinnerungen unterliegen keiner Kurskorrektur.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Besagter Biotechfonds – da war mein Geld weg. Deshalb bin ich heute Analystin.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – beim Fußball wie an der Börse: sich von Verlusten nicht unterkriegen lassen und nach Gewinnen nicht übermütig werden.
Macht Geld glücklich?
Nur wenn ich Dinge davon kaufen kann, die mich und andere strahlen lassen.
Wer ist Ihr Vorbild?
Jene 83-jährige Dame, die ich kürzlich traf: Sie hat die Welt bereist, aus dem Nichts eine Firma gegründet und ist auch heute noch agil und weltoffen.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Dort treffen sich Leute, die Geld haben, und solche, die welches brauchen. Verleiht man Geld, gibt es eine Belohnung. Funktioniert es, sind alle zufrieden – geht es schief, kann es für die Welt gefährlich werden.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Höher als jetzt, denn für langfristige Anleger bleibt der DAX eine gute Alternative.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Einen Indexfondssparplan.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?
Ich würde für ein langes Wochenende einen spritzigen Lotus Elise mieten.
Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?
An der kleinen Ritterfigur.
Wobei entspannen Sie sich?
Bei einem ausgiebigen Schaumbad.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?
Für ein Flugticket nach Südafrika.
Katharina Hohmann:
Wie erklärt Behavioral Finance das Vertrauen in den Euro trotz drohender Staatspleiten?
Europas Politiker vereint ein unerschütterlicher Wille, den Euro zu erhalten. Unterstützt werden sie von China und Co., die eine Alternative zum Dollar etablieren wollen.
Rover Grohmann:
Welche Behavioral-Finance-Instrumente sind die erfolgreichsten?
Alle Handelsstrategien, die die Disziplin des Anlegers sicherstellen. Gute Ergebnisse erzielen daneben computerbasierte Handelsmodelle, die menschliche Verhaltensweisen wie Verlustaversion und Gewöhnung einbeziehen.
Heiko Hüttinger:
Kann ein Fondsmanager ohne regelbasierte Entscheidungen langfristig den Markt schlagen?
Überrenditen kommen und gehen. Die Kosten bleiben aber. Wie jeder andere Mensch tappt auch ein Fondsmanager oft in die typischen psychologischen Stolperfallen.
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