Thomas Gerhardt
Alter: 46 Jahre
Position: Leiter Aktienmanagement Emerging
Markets und Rohstoffe bei Edmond de Rothschild
AM
Karriere: Studium der Volkswirtschaft an der
Goethe-Universität Frankfurt; nach dem Diplom
Start bei KPMG, 1994 Wechsel zu DWS. Dort
arbeitete er 17 Jahre, zuletzt als Leiter Schwellenländerfonds.
Im September 2011 Wechsel zu Rothschild Asset Management.
Privat: verheiratet, ein Kind
Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit 15 Jahren beim Spargelstechen.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für den heiß ersehnten Radiorekorder.
Was war Ihr erstes Investment?
Ein neues Fahrrad zur größeren
Mobilität.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Bildung. Außerdem habe ich Ende 2008
eine Gazprom-Anleihe gekauft, die nur noch
mit 35 notierte. Der Markt hatte das Papier
infolge der Lehman-Pleite völlig irrational
gepreist. Gazprom ging nicht unter – und
ich verkaufte die Anleihe zu einem Kurs
von über 100.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Internetaktien am Ende der Blase.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Gier frisst Verstand.
Macht Geld glücklich?
Nein, aber man schläft ruhiger.
Wer ist Ihr Vorbild?
Balu, der Bär aus dem Dschungelbuch. Der ist einfach immer entspannt.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Schwierig angesichts der Konkurrenz von
„DSDS“ und „X-Factor“. Eltern und Schulen
sollten hier ein deutlich stärkeres Gewicht
legen.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Hoffentlich höher! Der Unternehmensausblick
ist nur von Risiken geprägt. Die Frage
sollte aber lauten: Sind Aktien eine interessante
Anlageklasse? Bieten sie langfristig
Potenzial? Davon bin ich überzeugt.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Langfristig ausgerichtete und somit hoffentlich
erfolgreiche.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?
Einen Schüleraustausch für meine
Tochter.
Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?
An seiner Aufgeräumtheit, ich bin schließlich
Jungfrau.
Wobei entspannen Sie sich?
Wenn Eintracht Frankfurt siegt.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?
Für hungernde Kinder.
Peter Klauser:
Die Weltbevölkerung wächst. Welche Länder mit Agrarrohstoffen profitieren besonders?
Brasilien mit seinem hohen Exportanteil an Zucker, Kaffee, Sojabohnen und Rindfleisch;
Indonesien durch Reis, Kaffee, Kakao und Palmöl; die Ukraine dank Getreide.
Heiko Hüttinger:
Bekommt China seine Immobilienblase kontrolliert in den Griff?
Hoffentlich. Die Regierung möchte die spekulative Komponente aus dem Immobilienmarkt
entfernen, beispielsweise beim Handel mit Zweit- und Drittwohnungen. Gleichzeitig
soll trotzdem das „Low Income Housing“ massiv ausgebaut werden.
Rover Grohmann:
Seit einiger Zeit schwächeln bedeutende Schwellenländerwährungen. Nur ein Intermezzo?
Wirtschaftlicher Erfolg und die Stärke der Währung eines Landes sind eng verknüpft.
Emerging-Markets-Währungen haben längerfristig Aufwertungspotenzial zum Euro.
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