Finale

Finale "Bei Quengelware bleibe ich standhaft"

[13:00, 27.07.11]


Jürgen Lampe

Alter: 50 Jahre

Position: Alleinvorstand des Controlling- und Rankinginstituts Firstfive

Karriere: Der Bankbetriebswirt durchlief verschiedene Stationen bei Banken und als Geschäftsführer eines Family-Office. Seit 2003 hat Lampe Firstfive zu einer Bewertungsinstanz und einem wichtigen Dienstleister der Vermögensverwalterbranche aufgebaut. In BÖRSE ONLINE erhalten Leser durch Firstfive Informationen über die Toptransaktionen der Geldprofis

Privat: verheiratet, drei Kinder. Ist Radfahrer


Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Im August 1977 als Auszubildender bei der Dresdner Bank.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Für bankübliche Kleidung, die im Kleiderschrank eines Teenagers fehlte.

Was war Ihr erstes Investment?

Ein Berlin-Darlehen nach § 17.2 BerlinFG.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

Ein Mehrfamilienhaus in Frankfurt.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

Eine Staatsanleihe Australiens.

Was ist Ihr Anlagemotto?

Stärkung der dritten Vorsorgesäule durch eine möglichst breite Diversifikation.

Macht Geld glücklich?

Nein. Ein stets ausreichendes Einkommen erleichtert das Leben aber ungemein.

Wer ist Ihr Vorbild?

Mein Vater, der trotz schwerer Krankheit nie aufgesteckt hat.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Indem ich bei der Quengelware an der Supermarktkasse standhaft bleibe und erkläre: Viele glauben, dass Süßigkeiten hier günstig sind, und greifen spontan zu. Genauso handeln viele Käufer an den Börsen und ärgern sich, dass sie zu viel für die Aktie bezahlt haben. Der Verkäufer freut sich.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Den Blick in die Glaskugel überlasse ich gern professionellen Finanzanalysten.

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Deutsche Qualitätsaktien im Rahmen eines Fondssparplans.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten,

was würden Sie kaufen?

Mehr Zeit für die Familie in Form einer gemeinsamen Kurzreise.

Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?

An dem geordneten Chaos und dem Bild meiner drei Kinder.

Wobei entspannen Sie sich?

Beim Radfahren. Ein  Highlight ist die gemeinnützige „Tour of Hope“ über 600 Kilometer in Thailand. Dieses Jahr sammeln wir für den Bau einer Schulbibliothek.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Für eine gute Ausbildung meiner Kinder.

Fragen der Leser an Klaus Euler

Jörg Jacobi:

Würden Sie Ihr Geld einem Vermögensverwalter anvertrauen?

Ja. Bei der Auswahl eines Vermögensverwalters muss nicht nur der Leistungsnachweis, sondern auch die Chemie stimmen. Vermögensverwaltung ist Vertrauenssache.

Kurt Ulmer:

Was für eine Geldanlage kann man in diesen volatilen Märkten überhaupt noch empfehlen?

Angesichts drohender Staatspleiten sollten mit Qualitätsaktien und Edelmetallen Sachwerte im Vordergrund stehen. In Abhängigkeit von der Struktur des Gesamtvermögens ist für langfristig orientierte Anleger auch ein Immobilieninvestment zu überlegen.

Robert Jantze:

Wie hoch ist in den Vermögensverwalter-Depots der Goldanteil?

Es gibt keine homogene Depotstruktur. Je nach Überzeugung des Verwalters sehen wir Anteile von null bis zu 25 Prozent.

 



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