Ingo Mainert
Alter: 48 Jahre
Position: Europa-Investmentchef der Fondsgesellschaft RCM, einer Tochter von
Allianz Global Investors (AGI)
Karriere: 20 Jahre war der Diplom-Kaufmann und DVFA-Analyst für die
Commerzbank tätig. Er arbeitete als Research-Chef im Asset-Management, war Leiter der Vermögensverwaltung und verantwortete ab 2006 das Portfoliomanagement von Cominvest, das 2009 in AGI aufging
Privat: verheiratet, zwei Kinder. Begeisterter Langstreckenläufer
Wie haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Im Jahr 1978 mit 15 Jahren als Aushilfe in einer mittelständischen Fenster- und Rollladenfabrik.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Fußballschuhe.
Was war Ihr erstes Investment?
Japanische Aktien.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Dividendenstarke deutsche Aktien.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Da gab es einige.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Kaufen und (möglichst) langfristig halten.
Macht Geld glücklich?
Nein, aber es macht unabhängiger.
Wer ist Ihr Vorbild?
In vielen Dingen sind es meine Eltern.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Meinen Kindern erkläre ich die Märkte über das Spiel „Monopoly“ und lasse sie die „Börse im Ersten“ sehen.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Wahrscheinlich höher als heute: Dafür sprechen die günstige Bewertung mit einem Gesamtbuchwert, der einem DAX von 5200 Punkten entspricht, die aktuelle Dividendenrendite von mehr als vier Prozent sowie ein robuster Unternehmenssektor und erste Ansätze einer Panik.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Ich würde langfristig angelegte Aktienfondssparpläne einrichten.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?
Für meinen Sohn würde ich Ninjago von Lego kaufen und für meine Tochter in ein iPad 2 investieren.
Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?
Konstruktive Unübersichtlichkeit aus drei Tageszeitungen, dem aktuellen AGI-Pressespiegel und einer Vielzahl von Analyseberichten.
Wobei entspannen Sie sich?
Beim Joggen und dem Abendspaziergang mit unserem Hund.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?
Das weiß ich wirklich nicht.
Werner Jaspert:
Wie können Anleger ihr Portfolio in diesem unsicheren Umfeld gegen Verluste sichern?
Es gibt nur einen perfekten Schutz: alles verkaufen. Der normale Anleger kann sich gegen Extremereignisse teuer durch Crash-Puts absichern. Bei Aktien muss man aber eine gewisse Volatilität aushalten. Eine breite Streuung im Depot sollte stabilisieren.
Rover Grohmann:
Wie strukturieren Sie die Aktienportfolios vor dem Hintergrund der drohenden Rezession?
Das Szenario ist im Markt schon ansatzweise eingepreist. Unsere Strategie: dividendenstarke Titel ins Portfolio, Zyklizität reduzieren und international diversifizieren.
Klaus Kessler:
Warum schlagen Fondsmanager so selten den Markt?
Bei einem aktiven Manager sollten auf ein, drei und fünf Jahre 60 bis 70 Prozent der Portfolios über der Benchmark liegen. Allerdings: Die Kurzatmigkeit der Märkte kostet Rendite.
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