Ulrich Hocker
Alter: 59 Jahre
Position: Hauptgeschäftsführer der Deutschen
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
(DSW)
Karriere: Rechtsanwalt, wissenschaftlicher
Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammer
in Johannesburg. Seit 1998
DSW-Chef. Mitglied im Aufsichtsrat der
Telekom,
von Eon und einigen ausländischen
Unternehmen
Privat: eine Tochter, passionierter Reiter
Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Schüler habe ich am Band in einer
Bonner Fliesenfabrik gearbeitet.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für Konsum, Kino et cetera.
Was war Ihr erstes Investment?
Die Bayer-Aktie.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
New-Economy-Werte am Neuen Markt
vor dem Platzen der Blase. Damals gab es
eine wunderbare Aufbruchsstimmung.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Die Kerkerbachbahn – sie endete kurze
Zeit später in der Insolvenz.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Immer dem operativen Erfolg einer
Gesellschaft
folgen.
Macht Geld glücklich?
Nein, aber es beruhigt.
Wer ist Ihr Vorbild?
Otto Graf Lambsdorff.
Wie erklären Sie Kindern den Finanzmarkt?
Wie eine Kirmes. Doch selten sind die
größten Fahrgeschäfte auch die besten.
Man muss für sich selbst herausfinden,
wo es sich lohnt, Geld zu investieren.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Die deutschen Unternehmen haben in
der Krise an Stärke gewonnen. Jetzt spielen
sie diese aus. Der DAX könnte daher
bis auf 7000 Punkte steigen.
Welches Investment würden Sie für
Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Ich würde ihnen attraktive Unternehmensanleihen
von soliden deutschen
Blue Chips kaufen.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben könnten, was würden Sie kaufen?
Eine Kiste wunderbaren Bordeaux. Den
Rest lege ich an.
Wobei entspannen Sie sich?
Bei einem Ausritt durch die Natur hinter
der Hundemeute.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld
ausgeben?
Für die Ausbildung meiner Tochter.
Hubert Roßkamp, per E-Mail: Missmanagement und Gehaltsexzesse: Haben Deutschlands Aufsichtsräte versagt?
Die Aufsichtsräte müssen insgesamt noch professioneller werden, um die global
operierenden
Multimilliardenkonzerne effizient kontrollieren zu können.
Rover Grohmann, per E-Mail: Ist der deutsche Kleinaktionär eine aussterbende Spezies?
Die Aktienkultur ist hierzulande ohne Zweifel stark ausbaufähig. Aber dass ausgerechnet
in der Finanzkrise die Aktionärszahlen steigen, statt weiter zu sinken, macht Mut.
Karl Hummel, per E-Mail: Was kann man gegen räuberische Aktionäre tun, ohne die Anlegerrechte zu beschneiden?
Die Gesetze sind in diesem Bereich gerade erst verändert worden. Man sollte abwarten,
wie sich das Problem entwickelt, bevor man weitere Maßnahmen ergreift.
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