Manfred Piontke
Alter: 48 Jahre
Position: Gründer der Fondsgesellschaft
Frankfurt Performance Management
(FPM)
Karriere: Wirtschaftsstudium, Analyst
bei
Credit Suisse und der Deutschen
Bank. 2000 Gründung von FPM gemeinsam
mit Martin Wirth. Gilt als Deutschlands
bekanntester
Stockpicker
Privat: verheiratet, Hundefreund und Fan
von Eintracht Frankfurt
Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Im Alter von sechs Jahren habe ich
begonnen,
samstags die Garage meines
Onkels zu kehren – für 1 Mark.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe es gespart.
Was war Ihr erstes Investment?
Ich habe mein Konfirmationsgeld in Aktien
von Hoechst und
Siemens investiert.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
EM-TV. Der Einsatz hat sich verhundertfacht,
und ich habe Gott sei Dank rechtzeitig
verkauft.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
10tacle. Aber es gab sicherlich einige
schlechte Investments. Doch das Schöne
bei Aktien ist, dass man maximal 100
Prozent verlieren kann.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Achte auf den Wert, nicht auf den Preis.
Macht Geld glücklich?
Nein, aber es hilft, Unglück zu mildern.
Wer ist Ihr Vorbild?
Franz Beckenbauer.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Den würde ich erst mal lieber den Politikern
erklären.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Er müsste bei 8000 Punkten stehen – bei
einer fairen Bewertung im Vergleich zu
Bundesanleihen, Immobilienfonds oder
anderen Asset-Klassen.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Für mein Patenkind habe ich in
FPM-
Fonds investiert. Sein Studium
ist damit abgesichert.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben könnten, was würden Sie kaufen?
Ein Fass Tegernseer Bier, Eintrittskarten
für ein Heimspiel der Eintracht und
meine Freunde zu einem schönen Abend
einladen.
Wobei entspannen Sie sich?
Fußball – leider nur noch als Zuschauer,
Holz hacken, mit den Hunden spielen.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld geben?
Für einen guten Drink zusammen mit
meiner Frau.
Rainer Majchrazak:
Wie lange sollte man sich die Performance eines Fonds anschauen, bevor man ihn abstößt?
Nicht der Zeitraum, sondern die Ursachenanalysen sind wichtig. Dabei ist der Anlagestil
ins Kalkül zu ziehen – handelt es sich etwa um einen Value- oder Growth-Fonds –
sowie Veränderungen im Fondsmanagement und im Volumen.
Franz Kuffler:
In welcher Marktphase erzielt Stockpicking die besten Renditen?
Stockpicking lohnt sich immer, außer in einer Phase der Überbewertung.
Rover Grohmann:
Im historischen Vergleich: Für wie marktoptimistisch halten Sie sich aktuell?
Überdurchschnittlich – mit zunehmender Tendenz. Große Kapitalsammelstellen sind
wenig in Aktien investiert, Anlagealternativen vergleichsweise teuer oder wenig aussichtsreich.
Zudem haben die deutschen Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht.
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