Finale

Finale Der DAX müsste bei 8000 Punkten stehen

[12:00, 18.08.10]


Manfred Piontke

Alter: 48 Jahre

Position: Gründer der Fondsgesellschaft Frankfurt Performance Management (FPM)

Karriere: Wirtschaftsstudium, Analyst bei  Credit Suisse und der Deutschen Bank. 2000 Gründung von FPM gemeinsam mit Martin Wirth. Gilt als Deutschlands bekanntester Stockpicker

Privat: verheiratet, Hundefreund und Fan von Eintracht Frankfurt


Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Im Alter von sechs Jahren habe ich begonnen, samstags die Garage meines Onkels zu kehren – für 1 Mark.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe es gespart.

Was war Ihr erstes Investment?

Ich habe mein Konfirmationsgeld in Aktien von Hoechst und  Siemens investiert.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

EM-TV. Der Einsatz hat sich verhundertfacht, und ich habe Gott sei Dank rechtzeitig verkauft.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

10tacle. Aber es gab sicherlich einige schlechte Investments. Doch das Schöne bei Aktien ist, dass man maximal 100 Prozent verlieren kann.

Was ist Ihr Anlagemotto?

Achte auf den Wert, nicht auf den Preis.

Macht Geld glücklich?

Nein, aber es hilft, Unglück zu mildern.

Wer ist Ihr Vorbild?

Franz Beckenbauer.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Den würde ich erst mal lieber den Politikern erklären.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Er müsste bei 8000 Punkten stehen – bei einer fairen Bewertung im Vergleich zu Bundesanleihen, Immobilienfonds oder anderen Asset-Klassen.

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Für mein Patenkind habe ich in FPM- Fonds investiert. Sein Studium ist damit abgesichert.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben ­könnten, was würden Sie kaufen?

Ein Fass Tegernseer Bier, Eintrittskarten für ein Heimspiel der Eintracht und meine Freunde zu einem schönen Abend einladen.

Wobei entspannen Sie sich?

Fußball – leider nur noch als Zuschauer, Holz hacken, mit den Hunden spielen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld geben?

Für einen guten Drink zusammen mit meiner Frau.

Fragen der Leser an Manfred Piontke

Rainer Majchrazak:

Wie lange sollte man sich die Performance eines Fonds anschauen, bevor man ihn abstößt?

Nicht der Zeitraum, sondern die Ursachenanalysen sind wichtig. Dabei ist der Anlagestil ins Kalkül zu ziehen – handelt es sich etwa um einen Value- oder Growth-Fonds – sowie Veränderungen im Fondsmanagement und im Volumen.

Franz Kuffler:

In welcher Marktphase erzielt Stockpicking die besten Renditen?

Stockpicking lohnt sich immer, außer in einer Phase der Überbewertung.

Rover Grohmann:

Im historischen Vergleich: Für wie marktoptimistisch halten Sie sich aktuell?

Überdurchschnittlich – mit zunehmender Tendenz. Große Kapitalsammelstellen sind wenig in Aktien investiert, Anlagealternativen vergleichsweise teuer oder wenig aussichtsreich. Zudem haben die deutschen Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht.

 



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