Angelika Millendorfer
Alter: 48 Jahre
Position: Leiterin Emerging Markets Equities bei Raiffeisen Capital Management
Karriere: promovierte Volkswirtin, seit rund zehn Jahren Leitung des Aktienteams für Schwellenländer bei der österreichischen Fondsgesellschaft Raiffeisen Capital Management, zuvor 15 Jahre Erfahrungen in der Wertpapieranalyse und im Fondsmanagement
Privat: ledig, entspannt gern bei US-amerikanischen Comedyserien
Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Durch einen Ferienjob bei einer Bank während meiner Schulzeit.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich glaube, ich habe es gespart.
Was war Ihr erstes Investment?
Privat waren das österreichische Aktien.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Russische Aktien nach der Krise 1998 und die Investition in unseren Fonds Raiffeisen-Osteuropa-Aktien.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Österreichische Aktien während der Bubble Ende der 80er-Jahre.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Der Risikomix muss stimmen, und man sollte verstehen, was man kauft.
Macht Geld glücklich?
Bis zu einem gewissen Grad schon. Ich möchte nicht jeden Euro dreimal umdrehen müssen, bevor ich ihn ausgebe.
Wer ist Ihr Vorbild?
Margaret Thatcher hat mir immer sehr imponiert, obwohl ich bei Weitem nicht alle ihre politischen Ansichten teile.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Es geht darum, Geld dort zu veranlagen, wo es den größten wirtschaftlichen Ertrag bringt.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Europäische Aktien sind nicht mein Thema, daher kann ich keine Prognose abgeben.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Ein Sparbuch mit einem gewissen Risikoanteil, zum Beispiel durch die Beimischung von Emerging-Markets-Aktien. Bei größeren Summen auch etwas in Immobilien.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie tun?
Etwas für den Kleiderschrank.
Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?
An der Unordentlichkeit.
Wobei entspannen Sie sich?
Vor dem Fernseher herumlungern, derzeit am liebsten bei „Two and a Half Men“.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?
Mit so einem Horrorszenario mag ich mich nicht beschäftigen.
Jürgen Becker:
Wie entwickelt sich der russische Leitindex RDX in den nächsten Jahren?
Der RDX ist rohstoffgetrieben und günstig bewertet. Die Nachfrage aus Schwellenländern hält die Rohstoffpreise hoch, was für den Index ein vorteilhaftes Umfeld ist.
Rover Grohmann:
Wie stark korreliert der nordafrikanische Aktienmarkt mit den westlichen Kapitalmärkten?
Die Korrelation nimmt seit einigen Jahren stetig zu. Kairo ist die liquideste und international am meisten beachtete nordafrikanische Börse.
Frank Richter:
Bekommt China seine Immobilienblase geordnet in den Griff?
Der Staat hat nicht nur das Geldmengenwachstum gedrosselt und den Inflationsdruck gelindert, sondern auch die Preise im Immobiliensektor stabilisiert. Gefahr für diesen Trend sehen wir, falls die Konjunktur in China ins Stottern gerät.
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