Finale

Finale "Die Investmentidee muss einfach sein"

[12:45, 05.10.11]


Christof Kessler

Alter: 48 Jahre

Position: Vorstandssprecher Gothaer AM

Karriere: Kessler zählt zu den erfahrensten Anleiheexperten der Asset-Management-Branche. Der 48-Jährige ist seit Januar 2010 Vorstandssprecher von Gothaer Asset Management (GoAM) und verantwortet dort unter anderem den Bereich Fixed Income. Vor seiner Tätigkeit bei GoAM war der studierte Mathematiker ­Geschäftsführer bei der Oppenheim KAG sowie Anlagechef für Anleihen und Währungen

Privat: liest am liebsten Krimis


Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit Nachhilfe in Latein.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Für eine Gitarre und den ersten elternfreien Urlaub.

Was war Ihr erstes Investment?

Deutsche Aktien, die erste war  BASF.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

Russische Eurobonds.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

Anteile an einem Boardinghouse in Dresden nach der Wiedervereinigung.

Was ist Ihr Anlagemotto?

Das Anlageziel muss klar und realistisch sein. Die Investmentidee selbst muss einfach und plausibel sein.

Macht Geld glücklich?

Nein.

Wer ist Ihr Vorbild?

Warren Buffett finde ich wegen seiner unaufgeregten und eigenständigen Denke sehr gut. Es gelingt ihm, seinen Erfolg ohne Hochmut mit politischen Überzeugungen in Einklang zu bringen und Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung auszuüben.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Finanzmärkte haben viel mit Vertrauen in Produkte zu tun. Sie werden im Erstmarkt gekauft und später gehandelt. Kinder lernen das am besten am praktischen Beispiel. Bei meinen Kindern waren es Playstation-3-Spiele. Sie werden im Internet jederzeit und effizient gehandelt.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Ohne Vertrauenskrise sollte der DAX bei normaler Bewertung um 6500 notieren.

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Sparplan zur Finanzierung einer möglichst guten und internationalen Ausbildung.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?

Ein neues Citybike.

Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?

Hoffentlich bald wieder daran, dass er abends aufgeräumt ist.

Wobei entspannen Sie sich?

Joggen, bei Musik aus den 70er- und 80er-Jahren, etwas Schöngeistigem zu lesen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Abendessen mit Familie und Freunden.

Fragen der Leser an Christof Kessler

Klaus Kessler:

Welche Währung ist für Anleger interessant?

Fluchtwährungen wie Yen, Schweizer Franken, norwegische Kronen oder auch Gold können gefährlich sein, wenn sie überbewertet sind. Währungen wie der mexikanische Peso oder der polnische Zloty, die unter der Krise gelitten haben, sind relativ günstig.

Heiko Hinkel:

Bieten Anleihen oder Aktien langfristig das geringere Risiko?

Fragen wir doch besser: Ist die Anleihe oder die Aktie der  Bayer AG sicherer? Die Anleihe ist in der Kapitalstruktur vorrangig, Fremdkapital somit sicherer als Eigenkapital.

Rover Grohmann:

Trendwende? Raus aus inflationsindexierten Anleihen?

Die Kerninflation ist nicht besorgniserregend. Eine Wette auf sinkende, dann negative Realzinsen ist zu pessimistisch. Taktisch sind inflationsindexierte Bonds ein Verkauf.

 



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© 2011 boerse-online.de, © Illustration: Steffen Hauser

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