Finale

Finale "Ich erwarte in Deutschland keine Rezession"

[12:10, 14.12.11]


Werner Kolitsch

Alter: 42 Jahre

Position: Vertriebsleiter Threadneedle

Karriere: Der gebürtige Österreicher leitet von Frankfurt aus seit dem Jahr 2009 das Vertriebsgeschäft des britischen Fondsanbieters Threadneedle. Im Unternehmen arbeitet der zertifizierte Analyst und studierte Betriebswirt seit 2001. Zuvor leitete er fast fünf Jahre die Vermögensverwaltung des Bankhauses Krentschker. Von 1992 bis 1997 managte er für die Alpha Asset Management Portfolios.

Privat: verheiratet, zwei Kinder


Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

1989 in der Wertpapierberatung bei der Creditanstalt-Bankverein aus Österreich, dem Vorläufer der heutigen Bank Austria Creditanstalt.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich habe es direkt wieder in Aktien an der Börse investiert.

Was war Ihr erstes Investment?

Leykam-Mürztaler AG, bevor sie später vom ebenfalls börsennotierten südafrikanischen Sappi-Konzern übernommen wurde.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

Meine Frau. Und was das Finanzielle angeht: ein Sparplan auf den Threadneedle European Smaller Companies Fund.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

Die verpasste Goldrally.

Was ist Ihr Anlagemotto?

Angst, Gier und Ungeduld sind die größten Feinde des Börsenerfolgs.

Macht Geld glücklich?

Folgende Priorisierung macht mich glücklich: Familie, Beruf und danach erst das liebe Geld.

Wer ist Ihr Vorbild?

Warren Buffett.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Zum Glück interessieren sich die meisten Kinder für andere Märkte: das nächste Spielzeuggeschäft oder die Eisdiele. Aber wenn sie wirklich wissen möchten, wie der Finanzmarkt funktioniert, verwende ich Bilder – Chartbilder.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Bei 7000 Punkten. Ich erwarte in Deutschland keine Rezession, sondern eine weiche Landung!

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Aktienfondssparpläne.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?

Aufstrebende junge Maler.

Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?

Mein Telefon steht in der Mitte.

Wobei entspannen Sie sich?

Krimis und Jazzmusik.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Eine Flasche Pétrus, Jahrgang 1961.

Fragen der Leser an Werner Kolitsch

Karl Lauer:

Welche Anlageregion bevorzugen Sie im nächsten Jahr?

Im Anleihebereich die Emerging Markets. Die Staatsanleihen der Industrieländer bieten kein attraktives Rendite-Risiko-Profil. Bei Aktien haben wir keine regionale Präferenz. Wir suchen nach Unternehmen mit starken Bilanzen und bewährten Geschäftsmodellen, denn diese werden sich auch in Krisenzeiten behaupten.

Dieter Kiesbauer:

Was halten Sie von der Idee, dass die Fondsgebühren mit der Größe des Fonds sinken sollten?

Ehrlich gesagt nicht viel. Der Aufwand des einzelnen Fondsmanagers nimmt nicht ab, wenn der Fonds größer ist.

Martin Berger:

Welches Volumen sollte ein Fonds mindestens haben?

100 Mio. Euro, damit er sich wirtschaftlich verwalten lässt.



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© 2011 boerse-online.de, © Illustration: Braune

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