Finale

Finale "Ich handle eher gegen den Strom"

[09:40, 10.12.11]


Birgit Schrowange

Alter: 55 Jahre

Position: Fernsehmoderatorin

Karriere: Seit 17 Jahren moderiert sie bei RTL das Wochenmagazin „Extra“, von 1995 bis 2004 die Sendung „Life“. Zuvor arbeitete die gelernte Rechtsanwaltsgehilfin beim WDR und ZDF. Weniger bekannt ist, dass sie seit langer Zeit an den Finanzmärkten agiert.

Privat: ledig, Mutter eines Sohnes


Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit zehn Jahren habe ich für meinen jüngeren Bruder manchmal Deutschhausaufgaben gemacht und 20 Pfennig kassiert.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Für Brause im Tante-Emma-Laden.

Was war Ihr erstes Investment?

Eine Kapitallebensversicherung.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

1997 der Kauf von Singulus-Aktien, die ich 2000 mit 775 Prozent Gewinn rechtzeitig vor dem Absturz wieder verkauft habe.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

EM.TV im Hype der Dotcom-Blase.

Was ist Ihr Anlagemotto?

Konservativ – Kapitalerhalt steht derzeit im Vordergrund. Und für den Nervenkitzel ein wenig Spielgeld zum Zocken.

Macht Geld glücklich?

Geld macht in erster Linie unabhängig und auch glücklich, besonders wenn man etwas Gutes und Sinnvolles damit tut.

Wer ist Ihr Vorbild?

Meine Großmutter, die früh ihren Mann verlor. Trotz finanzieller Schwierigkeiten und zehn Kindern hat sie nie ihren Optimismus und ihre fröhliche Art verloren.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Meinem elfjährigen Sohn bringe ich bei, dass man sich erst dann etwas kaufen kann, wenn man vorher das Geld gespart hat.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Da die Zinsen sehr niedrig sind und Deutschland wirtschaftlich stark ist, könnte der DAX bei rund 7500 Punkten stehen.

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Sparplan auf einen breit gestreuten Aktienfonds und eine gute Schulausbildung.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?

500 Euro für eine Handtasche und 500 Euro für das Kinderhilfswerk Die Arche.

Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?

An meinem fürchterlichen Chaos.

Wobei entspannen Sie sich?

Beim Sport, Lesen, Kino und mit meinem Sohn beim Monopoly-Spielen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

Eine tolle Party mit meinen Freunden.

Fragen der Leser an Birgit Schrowange

Janna Berstermann:

Wie schätzen Sie die Flucht in Gold ein?

Gold ist eine Sachwertanlage, die keine Rendite abwirft. Es kommt für mich nur als Beimischung bis zehn Prozent infrage. Beim aktuellen Kurs kaufe ich nicht mehr nach.

Dirk Sauerwein:

Wie stark beeinflussen die Medien die Privatinvestoren?

Leider zu stark. Gerade jetzt sind diese Themen auf allen Kanälen präsent. Ich handle eher gegen den Strom: Wenn alle zum Verkauf raten, dann kaufe ich.

Peggy Eife:

Lassen Sie sich in finanziellen Dingen lieber von einer Frau beraten?

Diese Frage stellt sich für mich nicht, da ich seit 18 Jahren mit demselben Vermögensberater der BBBank vertrauensvoll zusammenarbeite. Meine weibliche Intuition hat mir aber schon den ein oder anderen Euro zusätzlich gebracht.

 



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© 2011 boerse-online.de, © Illustration: Thomas Rabsch

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