Joëlle Morlet-Selmer
Alter: 59 Jahre
Position: Fondsmanagerin bei Mandarine Gestion
Karriere: Die mehrfach ausgezeichnete Joëlle Morlet-Selmer ist Spezialistin für europäische Nebenwerte bei der französischen Investmentboutique. Sie verwaltet unter anderem den
Mandarine Unique Small & Mid Caps Europe (WKN: A1CWBQ). Morlet-Selmer ist Finanzanalystin und Absolventin der École des hautes études commerciales in Paris, einer der führenden Management-Hochschulen. Bevor sie 2008 bei Mandarine Gestion anheuerte, arbeitete sie 18 Jahre lang bei der Fondsgesellschaft
Axa Investment Managers
Privat: verheiratet, drei Kinder; spielt gern Klavier und betreibt Ahnenforschung
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als Volontärin beim Festival du Marais, einem jährlichen Fest für Tanz, Musik und Theater, das bis 1991 im gleichnamigen Pariser Arrondissement stattfand.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für einen Italien-Urlaub.
Was war Ihr erstes Investment?
Bei meinem Start als Fondsmanager bei
Axa Investment Managers mein eigener Investmentfonds – als eine Art Selbsttest.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Ein Apartment in Montmartre. Ich habe es 1990 während der Spitze des Immobilienzyklus wieder verkauft.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Ein Immobilienfonds, den mir meine Bank empfohlen hatte. Zwar war er steueroptimiert, erwies sich jedoch am Ende als äußerst schlechtes Investment.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Als Fondsmanagerin favorisiere ich stets Qualität und kontinuierliches Wachstum.
Macht Geld glücklich?
Glück kann man nicht kaufen – aber wer das gesagt hat, der lügt.
Wer ist Ihr Vorbild?
Der frühere Fondsmanager des Fidelity Magellan Peter Lynch. Er war Investitionen gegenüber sehr sachlich eingestellt.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Es ist, als ob man kleine Stücke von Unternehmen kauft, die viele Menschen kennen – zum Beispiel
Adidas und
Coca-Cola.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Höher – wenn der Double Dip ausfällt.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Defensive Konsumgütertitel mit Wachstumspotenzial, da die Schwellenländer voraussichtlich aufholen werden.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?
Fifty-fifty – halb defensiv, halb offensiv.
Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?
Mit Papieren übersät.
Wobei entspannen Sie sich?
Ich mache Sudoku und meistere mittlerweile teuflische Levels.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?
Meine Kinder.
Thomas Burkhard:
Welchen Investmentansatz verfolgen Sie?
Ich suche als Growth-Investorin Unternehmen, die sich durch hohe Wachstumsraten auszeichnen. Außerdem nutze ich verstärkt das Momentum, das heißt die Neigung der Märkte, auf kurzfristige Nachrichten besonders stark zu reagieren.
Rover Grohmann:
Bereiten Sie Ihre Fonds auf eine Euro-Auflösung vor?
Nein, denn 75 Prozent des Mandarine-Unique-Portfolios sind in der Euro-Zone investiert. Gleichwohl erzielen diese Unternehmen oft hohe Umsätze in Schwellenländern.
Heiko Hüttinger:
Wie steht es um die französische Aktienkultur?
Angesichts volatiler Märkte sind Investoren eher mit einer Nullrendite über Lebensversicherungen zufrieden, als schwankungsintensive Aktienengagements einzugehen.
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