Klaus Euler
Alter: 48 Jahre
Position: Gründer und Vorstandsvorsitzender der Ethikbank
Karriere: Der studierte Bankbetriebswirt, Sohn eines Landwirts, träumte bereits als Vorstand der Volksbank Eisenberg in Thüringen von dem etwas anderen Bankgeschäft. Im Jahr 2002 gründete er die Ethikbank. Die Direktbank legt das Geld ihrer Kunden nach sozialökologischen Kriterien an. Die Prinzipien kommen an: Bei der Wahl zur „Bank des Jahres 2011“ von BÖRSE ONLINE erreichte sein Institut Platz zwei
Privat: lebt in einer Beziehung, ist in seiner Freizeit als Dauerläufer aktiv
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Als 15-Jähriger als Inventurhelfer im Großhandel – für 50 D-Mark.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für eine Jeans.
Was war Ihr erstes Investment?
Ein Sparbuch bei der Sparkasse.
Was war Ihr bislang bestes Investment?
Das Vertrauen in mich selbst sowie das Engagement für den Aufbau der Ethikbank. Zurückbekommen habe ich Sinn und Freude an der Arbeit.
Was war Ihr schlechtestes Investment?
Zeitvergeudung mit Menschen, die ich nicht mag.
Was ist Ihr Anlagemotto?
Mein Lebensmotto: Fairness.
Macht Geld glücklich?
Wer sich schon einmal ernsthaft um seine Existenz sorgen musste, wird diese Frage
bejahen. Wahres Glück sind für mich die Freiheit und der Mut der Gedanken.
Wer ist Ihr Vorbild?
Ich ziehe den Hut vor Menschen, die sich dem immer stärker normierenden politischen System widersetzen.
Wie erklären Sie Kindern die Märkte?
Als Nullsummenspiel – es gibt immer Sieger und Verlierer. Derjenige im Vorteil hat entweder Geld, weiß, wie man Kurse manipuliert oder ist Meister des Marketings.
Wo steht der DAX in einem halben Jahr?
Interessiert mich nicht.
Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?
Ich würde in eine Bildung investieren, die aus meinem Kind einen ganzen Menschen macht, und aufpassen, dass es nicht im Krieg um Marktanteile verheizt wird.
Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben sollten, was würden Sie kaufen?
So viel Geld brauche ich nicht für guten Wein und Zeit mit wertvollen Menschen.
Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?
Er ist penibel aufgeräumt.
Wobei entspannen Sie sich?
Beim Dauerlaufen.
Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?
Für meine Gesundheit.
Rüdiger Malz:
Lassen sich Ethik und Bankgeschäft tatsächlich miteinander vereinbaren?
Ja, beim Geld fängt es an. Unser Ethik-Research hatte Staaten wie Griechenland, die USA oder Spanien vor den Ratingagenturen ausgesiebt. Das Einbeziehen von Nachhaltigkeitskriterien muss für ökonomisches Research ein wichtiger Frühindikator werden.
Dietmar Lenke:
Glauben Sie, dass eine zweite weltweite Finanzkrise vermieden werden kann?
Mit den herkömmlichen Konzepten der Politik nicht. Solange Wachstum und steigender Konsum die einzigen Wohlstandsindikatoren unserer Gesellschaft sind, wird es Finanzkrisen und ökologische Krisen geben.
Armin Müller:
Wo ist mein Geld sicherer: im Tagesgeld der Ethikbank oder in der Tagesanleihe des Bundes?
Beides ist sicher. Die Kundengelder der Ethikbank sind in unbegrenzter Höhe gedeckt.
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