Finale

Finale Trendfolger haben keine Marktmeinung

[14:15, 01.09.10]


Leo Willert

Alter: 46 Jahre

Position: Gründer und Leiter der Arts Asset Management GmbH

Karriere: Studium der Soziologie und Öffentlichkeitsarbeit in Wien, Gründer einer Werbeagentur. 1999 bis 2005 Ausbildung zum Trader. 2003 Wechsel zum Fondshaus C-Quadrat Investment AG . 2004 Gründer von Arts Asset Management

Privat: verheiratet, Familienvater; Hobbys: Rennwagenfahren und Schlagzeug


Wann und womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

1979 als Billeteur am Wiener Trabrennplatz.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Für eine Langspielplatte von Billy Cobham.

Was war Ihr erstes Investment?

Eine Call-Option auf den ATX Ende der 80er-Jahre.

Was war Ihr bislang bestes Investment?

Das Gründungskapital für die Arts Asset Management GmbH.

Was war Ihr schlechtestes Investment?

Ein gebrauchter Fiat Ritmo.

Was ist Ihr Anlagemotto?

Cut your losses short, let your earnings run (Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen).

Macht Geld glücklich?

Geld ist besser als Armut – wenn auch nur aus finanziellen Gründen. (Woody Allen)

Wer ist Ihr Vorbild?

Traderlegende Ed Seykota.

Wie erklären Sie Kindern die Märkte?

Kinder verstehen die Finanzmärkte intuitiv. Eigentlich schade, dass das bei Politikern nicht auch so ist.

Wo steht der DAX in einem halben Jahr?

Keine Ahnung. Trendfolger haben keine Marktmeinung.

Welches Investment würden Sie für Ihre Kinder oder Patenkinder tätigen?

Je einen Sparplan auf den C-Quadrat Arts  Total Return Global AMI.

Wenn Sie heute 1000 Euro ausgeben ­könnten, was würden Sie kaufen?

Milton Friedmans „Kapitalismus und Freiheit“ ist derzeit um 9,95 Euro zu haben. Das würde 100 Exemplare ergeben, und die würde ich an handverlesene Planwirtschaftsapologeten in Österreichs Politik verteilen.

Woran erkennt man Ihren Schreibtisch?

Er sieht ein bisschen wie die Brücke von Raumschiff Enterprise aus – allerdings nach einem Angriff der Klingonen.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld geben?

Um Robert Lechners Rundenzeit am Hungaroring zu unterbieten.

Fragen der Leser an Leo Willert

Wolfgang Liebig:

Wie viele Jahre haben Sie Erfahrung sammeln müssen, bis Sie gut an der Börse handeln konnten?

Erste Börsenerfahrungen erfolgten in den 80er-Jahren. Der systematische Handel begann Ende der 90er-Jahre, das erste Fondsmandat folgte am 27. März 2003.

Matthias Mann:

Sind ETFs eine gute Ergänzung oder sogar eine Art Rückversicherung, wenn Ihre Strategie danebengeht?

Wir setzen bisweilen auch auf ETFs. Sie sind eine günstige Möglichkeit, einen Index passiv abzubilden, aber keine Rückversicherung.

Mario Gillert:

Was unterscheidet einen erfolgreichen Daytrader von einem Dachfondsmanager?

Daytrader nutzen Preisbewegungen innerhalb eines Tages – und bleiben meist nur wenige Stunden investiert. Ein Dachfonds investiert in Fonds meist über einen Zeitraum von mehreren Wochen.

 



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© 2010 boerse-online.de, © Illustration: Anzenberger/Christina Anzenberger-Finz

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