Wie erklären sich
bestimmte Marktentwicklungen?
Wodurch
wird das Börsengeschehen
beeinflusst?
Was bedeutet ein bestimmter
Fachausdruck?
Leser fragen, wir antworten - in diesem Fall unser Redakteur Patrick Schroth (Foto) auf die Frage von Gerhard Hermans.
Die Tage von
MAN sind gezählt. Zumindest was den Verbleib des Lkw-Riesen im DAX betrifft. Im September könnte die Aktie aus dem Index fliegen – wegen des sinkenden Streubesitzes und wegen
Volkswagen. Doch der Reihe nach.
Ferdinand Piëch macht keine halben Sachen. Schon zu seiner Zeit als VW-Chef hatte der smarte Manager ein Auge auf den Münchner Nutzfahrzeughersteller
MAN geworfen. Jedoch kam das Vorhaben nicht so recht voran. Also schnappte sich Piëch vor vier Jahren zunächst die Mehrheit am schwedischen Lkw-Konzern Scania. Seine Vision: die beiden Brummikolosse zu einem Verbund zusammenzufügen. Mit Rückendeckung von Chefkontrolleur Piëch setzt der jetzige VW-Vordenker Martin Winterkorn den kühnen Plan nun um.
Anfang Mai erhöhte er das MAN-Paket auf 30 Prozent und durchbrach die gesetzliche Schwelle, ab der den Aktionären ein Pflichtangebot unterbreitet werden muss. Die bisherige Offerte lässt Wünsche offen: Nur 95 Euro je Stamm- und 60 Euro je Vorzugsaktie will
VW berappen. Anlegern ist das zu wenig. Das Geschachere beginnt.
Dass es
VW mit dem Schulterschluss ernst ist, bezweifelt niemand. Wie rasch die Ehe vollzogen wird und wann die MAN-Aktie vom Kurszettel verschwindet, kann man nur mutmaßen. Eigentlich haben die Wolfsburger mit der Integration von
Porsche derzeit genug zu tun. Piëch will nichts überstürzen und hat schon mal durchblicken lassen, auch mit einem 40-Prozent-Paket an
MAN gut leben zu können. Einige Börsianer sehen darin einen Bluff. In der Regel wollen Aufkäufer den Neuerwerb komplett haben. Solange der getrennt an der Börse notiert, müssen eigene Aktionärstreffen abgehalten und separate Geschäftsabschlüsse erstellt und veröffentlicht werden – alles Kosten, die man sich sparen kann.

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