Wie erklären sich bestimmte Marktentwicklungen?
Wodurch wird
das Börsengeschehen
beeinflusst? Was bedeutet
ein bestimmter Fachausdruck?
Leser fragen, wir antworten – in diesem Fall unser Redakteur
Jochen Mörsch auf die Frage von Daniela Berger aus Münster.
Die Verunsicherung zeigt sich ebenfalls
in einem Börsenbarometer: dem
VDAX-New. Dieser Index, den Investoren
auch Angstbarometer nennen, drückt die
vom Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite
– die implizite Volatilität – des
DAX aus. Er zeigt in Prozentpunkten an,
welche Volatilität professionelle Anleger
in den kommenden 30 Tagen erwarten.
Grundlage für seine Berechnung sind
die an der Terminbörse gehandelten DAXOptionskontrakte.
Ein niedriger Wert
deutet auf einen Markt ohne starke Kursschwankungen
hin. Je höher die Zahl,
desto nervöser sind in der Regel die Teilnehmer.
Das gilt für Bullen- und Bärenmärkte
gleichermaßen: Als der DAX getragen
von der New-Economy-Euphorie
im März 2000 bei mehr als 8000 Punkten
stand, notierte der Index genauso bei
50 Prozentpunkten wie im Frühjahr 2003,
als das Barometer im Vorfeld des Irakkriegs
bei knapp 2200 Zählern lag.
Derzeit ist die Unsicherheit kaum geringer:
Seit die Finanzkrise mit der Pleite
von
Lehman Brothers im Herbst 2008 einen
Höhepunkt erreichte, notiert der Volatilitätsindex
oberhalb der 40er-Marke. In der
Spitze lag das Barometer sogar bei mehr als
80. Zum Vergleich: Während der Russland-
Krise des Jahres 1998 oder nach den Terroranschlägen
vom 11. September erreichte
der Index kaum mehr als 60. In ruhigeren
Zeiten pendelt der VDAX-New in der Regel
zwischen 15 und 20 Prozentpunkten.
An diesen Schwankungen zu verdienen
ist nicht einfach. Dank seiner Funktionsweise
wäre der VDAX eigentlich ein optimales
Vehikel, um sich vor Börsencrashs
zu schützen. Doch alle Versuche, die
Schwankungen mit Investmentprodukten
handelbar zu machen, sind mehr oder
minder kläglich gescheitert. Und doch
gibt es eine Möglichkeit, von einem hohen
Stand des Angstbarometers zu profitieren:
Bei Discountzertifikaten kaufen Emittenten
nicht nur den Basiswert, sondern verkaufen
auch eine Call-Option. Und deren
Preis wird von der impliziten Volatilität
stark beeinflusst. Soll heißen: Normalisiert
sich die Volatilität, steigen die Preise
für Discountzertifikate, ohne dass sich der
Kurs des Basiswerts ändern muss.

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Senden Sie sie uns per Mail unter dem
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