Wie erklären sich bestimmte Marktentwicklungen?
Wodurch wird
das Börsengeschehen
beeinflusst? Was bedeutet
ein bestimmter Fachausdruck?
Leser fragen, wir antworten – in diesem Fall unser Redakteur
Sebastian Ertinger auf die Frage von Andreas Heuffer aus Heilbronn.
Die rasante Entwicklung führte zu einer kuriosen Situation: Da der Index nur einmal im Jahr neu gewichtet wird, notierte die
Commerzbank im DivDax - ohne eine Dividende auszuschütten. Dazu musste sich die Bank im vergangenen Dezember im Gegenzug für die Staatshilfe verpflichten. Gemäß den bislang geltenden Regeln hätte die Aktie bis zur regulären Überprüfungsrunde im September 2009 im DivDax verharren müssen.
Die
Deutsche Börse, die Erfinderin des Index, entschloss sich aber, die Regeln für das Barometer zu ändern und ein "Fast-Exit-Kriterium" - einen Schnellausstieg - einzuführen. "Nach diesem Kriterium fallen Unternehmen aus dem DivDax, wenn sie öffentlich angekündigt haben, keine Dividende im laufenden Jahr auszuschütten", heißt es. Der tatsächliche Ausschluss erfolgt dann zu einem quartalsweisen Stichtag. An diesem Termin wird auch die Gewichtung der Indexmitglieder entsprechend der aktuellen Marktkapitalisierung angepasst. Dabei bleibt der Anteil je Titel aber auf höchstens zehn Prozent begrenzt.
Trotz der neuen Regel zum Schnellrauswurf sollten Anleger, die den Kauf von auf dem DivDax beruhenden Fonds oder Zertifikaten erwägen, aber eines bedenken: Die Auswahl der DivDax-Mitglieder richtet sich nach den bisher gezahlten Dividenden, nicht nach den künftig erwarteten Ausschüttungen. Unliebsame Überraschungen sind daher auch künftig keineswegs ausgeschlossen.

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