Wie erklären sich
bestimmte Marktentwicklungen?
Wodurch
wird das Börsengeschehen
beeinflusst?
Was bedeutet ein bestimmter
Fachausdruck?
Leser fragen, wir antworten – in diesem Fall unsere Mitarbeiterin
Brigitte Watermann (Foto) auf die Frage von Hendrik Suhr.
Warren Buffett ist eine lebende Legende:
Der drittreichste Mann der
Welt ist Großinvestor und Chef
der Beteiligungsgesellschaft Berkshire
Hathaway, die zu den 25 größten Unternehmen
der USA zählt. Gewinnen in guten
wie auch in schlechten Börsenphasen lautet
das Credo des bekannten Value-Investors.
Und tatsächlich übertraf Buffett mit seinem
untrüglichen Riecher und seinem konservativen
Investmentansatz jahrzehntelang
regelmäßig den S&P 500. Vor allem in Krisen
zeigte sich seine Kunst.
Der Lohn der Strategie: Die Berkshire-
A-Aktie (WKN: 854 075), die übrigens nie
gesplittet wurde, notiert bei gut 115 000 Dollar.
Das Problem: Damit ist sie für viele
Privatanleger nicht mehr erschwinglich.
Anders sieht es mit der Berkshire-B-Aktie
(WKN: A0Y JQ2) aus: Sie kostet derzeit
knapp 54 Euro. Beide sind in Deutschland
über die Börse handelbar. Die B-Aktie hat
aber viel weniger Stimmgewicht – die Teilname
an der schon legendären Berkshire-
Hauptversammlung in Omaha, Nebraska,
ist aber möglich. Das „Woodstock des Kapitalismus“
findet jedes Jahr Anfang Mai statt
und ist längst zu einer Art Pilgerstätte für
Zehntausende Buffett-Fans geworden.
Anleger, die gern wie Buffett investieren
möchten, können also direkt Anteile an
Berkshire erwerben. Sie kaufen sich damit
in eine Beteiligungsgesellschaft mit einem
diversifizierten Portfolio von rund 80 Unternehmen
ein – mit einem Schwerpunkt
im Bereich Versicherungen und Rückversicherungen,
die aber auch im Bereich Konsum-
und Industriegüter stark vertreten ist.
Wichtig: Bei seinen Beteiligungen achtet
Buffett darauf, dass sie eine nachhaltig
starke Marktstellung haben und stete Gewinne
abliefern, möglichst in Cash. Ähnlich
wie bei Apple mit seinem
Boss Steve Jobs
gibt es jedoch ein Risiko: Auch bei Berkshire
hängt einiges von der Person des bald
81-jährigen Buffett ab. Er dürfte aber vorgesorgt
und das Unternehmen für die Zukunft
nach ihm gut aufgestellt haben.
Wer nicht direkt in Buffett, sondern nur
in eine Strategie à la Buffett investieren
möchte, wird bei Investmentfonds fündig –
allerdings kostet das Ausgabeaufschläge
und Verwaltungsgebühren. In Deutschland
gibt es einige namhafte Vermögensverwalter,
die als Value-Investoren überzeugte
Buffett-Fans sind und seinem Investmentstil
nacheifern – etwa Frank Lingohr: Er
arbeitet bei seinem Lingohr-Systematic-
LBB-Invest (WKN: 977 479) mit einem selbst
entwickelten Computerprogramm, um
unterbewertete Werte aufzuspüren. Lingohr
ist fast immer voll investiert – mit der
Folge, dass sein Fonds in Abwärtsmärkten
nach unten rutscht, aber im Aufschwung
ebenfalls oben mit dabei ist.
Auch der Acatis Aktien Global Fonds
UI
(WKN: 978 174) von Hendrik Leber und der
Fonds Aktien Global (WKN: A0Q 2PT) von
Flossbach von Storch verfolgen den Value-
Ansatz. Außerdem gibt es diverse strukturierte
Produkte auf die Berkshire-Aktie –
die tragen jedoch ein Emittentenrisiko. Soll
heißen: Wer dem Original so nah wie möglich
kommen möchte, investiert am besten
direkt.

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