Cominvest Fondak zählt als ältester Deutschlandfonds zu
den beliebtesten Anteilsscheinen – auch dank des verlässlichen Managements.
Unternehmensbesuche sind Pflicht –
Produkte an sich selbst auszuprobieren
ist es nicht unbedingt. Doch
Fondsmanagerin Heidrun Heutzenröder
wagt auch mal den Selbstversuch, zum Beispiel
bei neuen Cremes von
Beiersdorf. Die
Produkte ihrer Aktienfavoriten sollen etwas
taugen. Fühlt sich die Fondsmanagerin bei
einem Investment nicht wohl in ihrer Haut,
dann müssen ihre Kollegen Christoph Berger
und Ralf Walter umso schlagkräftigere
Argumente dafür auffahren.
Value-Orientierung und fundamentale
Analyse sind seit dem Jahr 2000 entscheidend
dafür, ob eine Aktie in das Zwei-Milliarden-
Euro-Portfolio des mit fast 60 Jahren
ältesten
Deutschlandfonds, des Cominvest
Fondak, aufgenommen wird. Rund 65 Titel
enthält der Fonds, meist ist Heutzenröder
zu 100 Prozent investiert. Ihr Ziel: den
deutschen Leitindex DAX zu schlagen.
Nach zwölf Jahren beim Fondak liegt
Heutzenröder vorn: Jährlich 5,2 Prozent
beim Fonds stehen 2,5 Prozent beim DAX
gegenüber. Nur die Jahre 2007 und 2008
liefen schlecht. Knapp 50 Prozent büßte
der Fondak in der Finanzkrise zwischenzeitlich
ein.
Zudem beschränken Anlagerichtlinien
das Management immer wieder.
Als 2007 die VW-Stammaktie zum irrationalen
Höhenflug ansetzte und den DAX
dominierte, musste der Fondak auf dem
Boden der Tatsachen bleiben und auf
die Rendite verzichten. „Bei der Gewichtung
von Einzeltiteln kneifen mich die
Regeln häufiger“, so Heutzenröder. „Aktuell
würde ich gern
Siemens stärker betonen,
aber mehr als zehn Prozent sind
nicht drin.“ Einzige Alternative: das Ausweichen
auf Branchentitel der zweiten
Reihe. „Bei Industriewerten funktioniert
das ganz gut, bei deutschen Versorgern ist
es schwieriger.“
Trotzdem hat sie die Kurve gekriegt. In
zwölf Monaten schnitt der Fondak mit
einem Plus von 34 Prozent besser ab als
die konkurrierenden Deutschlandfonds
DWS Investa und Dekafonds. Anfang des
Jahres lief es zeitweise nicht ganz so rund.
„Wir waren voll investiert, die Griechenlandkrise
hat uns eiskalt erwischt“, gibt
Heutzenröder offen zu. Trotzdem bleibt
sie optimistisch: „Die Nachfrage und
Kapazitätsauslastung der deutschen Industrie
verbessert sich, der Ifo-Index als
Konjunkturvorbote steigt, und Gewerkschaften
wie die IG Metall beweisen Realitätsnähe.“
Doch bis die Wirtschaft wieder
richtig brummt, setzt Heutzenröder lieber
auf Blue Chips. Volatilere Nebenwerte erreichen
nur 20 Prozent.
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