Nichts geht über einen schönen steilen Trend, doch irgendwann findet jeder Bewegungsimpuls ein Ende. Auch beim DAX wird es Zeit, sich von dem steilen Tempo der vergangenen Wochen zu verabschieden - zumindest kurzfristig. Nach einer Zwischenkorrektur, die jetzt jede Minute einsetzen kann, spricht vorerst nichts für eine anschließende Fortsetzung der Rallye.
Entscheidend wird das Ausmaß der Gewinnmitnahmen sein. Nur wenn allzu viele wichtige Unterstützungen durchbrochen werden, muss an der Qualität des Aufwärtstrends gezweifelt werden. Die erste in diesem Zusammenhang wichtige Zone verläuft bei 6415/6470 Punkten und leitet sich aus einem ehemaligen, geringfügig höher liegenden Widerstandsbereich ab. Solange dieses Areal, in dem aktuell auch eine Aufwärtstrendgerade und die 21-Tage-Linie verlaufen nicht unterschritten wird, drohen keine stärkeren Verluste.
Schon vorher, bei 6640/50 und 6560/80 Zählern finden sich zwei Zonen, in denen ein leicht überdurchschnittliches Kaufinteresse auszumachen ist (siehe Fünf-Minuten-Chart auf der letzten Seite). Falls eine stärkere Korrektur noch länger auf sich warten lässt, ist bereits an diesen Unterstützungen eine Stabilisierung möglich.
Auf dem Weg nach oben sind die ersten Hindernisse auch nicht weit: Bereits um 6820 Zähler dürfte der obere Rand des aktuellen Aufwärtstrendkanals den Index bremsen - auch wenn die weniger steilen Vorgänger dieses Kurskorridors sich nicht als relativ unzuverlässig erwiesen haben. In der Zwischenzeit ist der Markt so heißgelaufen, dass große Sprünge immer unwahrscheinlicher werden. Spätestens an der horizontal verlaufenden Barriere im Bereich der 7000er-Marke ist eine Atempause wahrscheinlich.
Dafür sprechen die im oberen Extrembereich verlaufenden Indikatoren im Tageschart, und selbst im Wochenchart befindet sich der geglättete Stochastik-Indikator bereits auf sehr hohem Niveau. Der Abstand zu den 21- und 55-Tage-Linien ist ebenfalls sehr hoch, was für eine Rückkehr der Kurse an diese Mittelwerte spricht.