Mit immer höherer Geschwindigkeit strebt der Deutsche Aktienindex nach Norden. Während der bisherige Aufwärtstrendkanal mit 20 bis 22 Zählern pro Handelstag stieg, klettert das zum Ausklang der vergangenen Woche ausgebildete Nachfolgeexemplar mit bis zu 25 Punkten täglich. Auf der Oberseite bildet die Kanalbegrenzung bei 6780/6800 Zählern einen ersten Widerstand. Allzu verlässlich sind diese Chartmarken jedoch nicht, da der Markt inzwischen bereits zwei Mal innerhalb weniger Wochen die Grenzen der bis dato gültigen Kurskorridore verletzt hat.
Besser ist es, auf horizontale Barrieren zu achten. Davon findet sich die erste bei 7000 Punkten. Bis dahin ist der Weg frei, nur eine stärkere kurzfristige Überhitzung dürfte den Markt vorher bremsen können. Und genau auf diesen Zustand steuert der DAX, durch die jüngsten Kurssprünge angefeuert, hin. Sowohl die im Tageschart (Seite zwei) berechneten Indikatoren RSI und geglättete Stochastik als auch die Abstände zu wichtigen Durchschnittskursen wie der 21- und 55-Tage-Linie (letzte Seite) verlaufen bereits leicht im oberen Extrembereich.
Es bleibt zwar theoretisch noch weiteres Potenzial, doch das Risiko einer zumindest kurzen Zwischenkonsolidierung steigt täglich um Einiges an. Für diesen Fall ist bei 6560/80 Punkten eine erste schwächere Unterstützung auszumachen, die jedoch nur auf einem ehemaligen Zwischenhoch basiert und damit kaum aussagekräftig ist. Die Kombination der 21-Tage-Linie mit einer Aufwärtstrendgeraden ist um 6400 bis 6420/40 Punkten nur geringfügig mehr Vertrauen erweckend. Im Bereich um 6350 Zähler hingegen ist der Markt in den vergangenen Wochen bereits mehr als einmal wieder nach oben gedreht, zudem verläuft dort die viel beachtete 200-Tage-Linie.