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Schufa-Auskünfte haben erhebliche Mängel

[10:52, 27.10.06]


Das sollte zu denken geben: Nach einem Test von Schufa-Auskünften durch BÖRSE ONLINE sind viele Schufa-Auskünfte veraltet oder weisen falsche Daten auf. 32 Tester forderten ihre Auskünfte an und checkten sie gegen.


Das Ergebnis: Nur ganze elf Auskünfte enthielten keine falschen Angaben. 13 dagegen wiesen einen oder gleich mehrere Fehler auf, und acht waren zumindest unvollständig – aber oft in Bereichen, die über die Kreditwürdigkeit einer Person eine Menge aussagen.

Dabei sollte Verbrauchern nicht egal sein, was die Schufa und ihre Wettbewerber wie Bürgel, CEG Creditreform oder infoscore Consumer Data (ICD) an Daten gespeichert haben. Die Auswirkungen falscher Einträge können gravierend sein: Ob Verbraucher ohne weiteres ein Konto eröffnen, einen Kredit aufnehmen oder Handyverträge abschließen können, hängt unter anderem von den erfassten Daten ab. So erkundigen sich fast alle in Deutschland aktiven Banken und Sparkassen, aber auch Unternehmen der Telekommunikations-Branche sowie Versandhändler & Co. vor Vertragsabschluss über das Zahlungsverhalten eines Kunden.

Die wichtigsten Fehler bei der Schufa betrafen veraltete Girokonten oder Kreditkarten, die der Tester manchmal schon vor Jahren gekündigt hatte, vereinzelt aber auch falsche Personendaten wie fehlerhafte Voradressen und Geburtsortangaben sowie in zwei Fällen eine falsche Schreibung des Namens. In mehreren der acht unvollständigen Schufa-Auskünfte fehlten die grundpfandrechtlich gesicherten Immobilienkredite sowie Girokonten.

Schufa-Chef Rainer Neumann weist darauf hin, dass es Vertragspartnern bei Immobilienkrediten bislang frei stehe, diese zu melden. Teilzahlungskredite seien fast vollständig erfasst. Laut Neumann will die Schufa aber "wohl zum zweiten Quartal 2007" auch bei Hypothekenkrediten die Einmeldung als Pflicht verankern.

Häufig ist nicht die Schufa an falschen oder fehlenden Angaben schuld, sondern ihre Vertragspartner. Nach Angaben des Schufa-Chefs konnte es bisher passieren, dass Vertragspartner gerade beendete Girokonten-Verbindungen nicht immer unmittelbar gemeldet haben und ein nicht mehr existentes Konto noch in den Schufa-Daten auftauchte.

"Seit anderthalb Jahren sind wir aber dabei, diese Konten durch Abgleich Stück für Stück zu löschen", versichert Neumann gegenüber BÖRSE ONLINE. Über www.meineschufa.de können Verbraucher ihre Auskunft zu einem Preis von 7,60 Euro anfordern. Laut Neumann werden veralterte Konten, die Verbraucher über die genannte Internet-Adresse melden, bei der entsprechenden Bank überprüft und dann gegebenenfalls gelöscht.

© 2006 boerse-online.de

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