Marktberichte

Börsenausblick Erleichterungsrally lässt matte Anleger zurück

[10:00, 04.09.10]

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Wochenlang hat die Rezessionsangst die Märkte gelähmt - bevor in dieser Woche ein paar mäßige US-Daten ausreichten, die Kurse wieder steigen zu lassen. Jetzt wünschen sich viele Anleger vor allem eines: Ruhe.


Nachdem die jüngste Rezessionshysterie abgeebbt ist, starten die Aktienmärkte wieder in besserer Stimmung in eine neue Woche. "Die letzten Tage geben wenigstens mal ein bisschen Rückenwind", sagte Michael Köhler, Investmentanalyst bei der LBBW. Die Frage ist, wie weit die Brise tragen wird. Denn wichtige Konjunkturdaten werden in dieser Woche keine veröffentlicht. Wobei das sogar hilfreich sei, meint Köhler: "Wenn wir endlich einmal ohne negative Impulse bleiben, dann könnte das schon reichen für ein positiveres Grundgefühl am Markt."

"Die massivsten Befürchtungen sind zumindest fürs Erste vom Tisch", sagt auch Michael Rottmann, Chefanalyst im Märkteteam der Unicredit. Sowohl der US-Einkaufsmanagerindex ISM am Mittwoch als auch der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag waren zwar alles andere als gut ausgefallen, aber immerhin deutlich besser als erwartet. In Amerika verloren im August per saldo 54.000 Menschen ihren Job, Ökonomen waren zuvor von einer doppelt so hohen Zahl ausgegangen. "Wir sehen an diesen Werten, dass unsere Wirtschaft nicht am Abgrund steht. Das ist zunächst ein gutes Zeichen", sagte David Dietze, Chefstratege beim Finanzdienstleister Point of View.

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Nach den Horrornachrichten der zurückliegenden Wochen reichen solche Meldungen schon aus, damit die Händler eilige Kauforders verschicken: Am Mittwoch legten die Börsen drei Prozent zu, am Freitag noch einmal um einen. Für die komplette Woche verbuchte der DAX damit unterm Strich ein Plus von 3,1 Prozent. In einem Marktkommentar fand sich dafür der schöne und allenfalls halbironisch gemeinte Begriff der "Erleichterungsrally". Der US-Aktienindex S&P 500 kletterte um 3,8 Prozent, an der Technologiebörse Nasdaq ging es um 3,7 Prozent nach oben. Der europäische Stoxx 50 legte um 4,4 Prozent zu, der japanische Nikkei um 1,4 Prozent.

Die Angst vor dem Double Dip, vor einem erneuten Absturz der US-Wirtschaft also, ist damit nicht einfach weggewischt. Allerdings sind sich die meisten Analysten einig, dass die Panik im August vielleicht doch ein bisschen übertrieben war. "Wir erwarten kein Double Dip, sondern ein leichtes Wirtschaftswachstum", schreibt zum Beispiel die DZ Bank - die den DAX in sechs Monaten schon wieder bei 6900 Punkten wähnt. Und bei der  Commerzbank heißt es: "Wir halten für die USA eine Wachstumsdelle für wahrscheinlicher als einen Rückfall in die Rezession."

Zu diesem vorsichtigen Optimismus passt die jüngste Einschätzung der EZB für die Eurozone: Die Notenbank erhöhte nämlich nicht nur - wie erwartet - ihre Prognose für dieses Jahr, sondern auch für 2011, nämlich von 1,2 auf 1,4 Prozent.


 

© 2010 ftd

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