Marktberichte

Bond Report Finanzbranche taumelt weiter

[10:20, 08.10.09]

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Highlights der vergangenen Berichtswoche:

Leitzinsentscheidungen der Zentralbanken: Australien erhöht um 0,25 auf 3,25%. Daten aus USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe 551t nach 534t / Registrierte Arbeitslose 6.090t nach 6.160t / Challenger Stellenabbau (YoY) -30,2% nach -13,8% / Private Einkommen unv. +0,2% / Konsumausgaben +1,3% nach +0,3% / PCE Deflator (YoY) -0,5% nach -0,8% / PCE Kernrate unv. +0,1% (MoM), +1,3% nach +1,4% (YoY) / ISM Verarb. Gewerbe 52,6 nach 52,9 / ISM Bezahlte Preise 63,5 nach 65,0 / Bauinvestitionen (MoM) +0,8% nach -1,1% / Schwebende Hausver- käufe +6,4% nach +3,2% (MoM), +12,1% nach +12,9% (YoY) / Gesamtabsatz Kfz 9,20 Mio. nach 14,09 Mio. / Binnenabsatz Kfz 6,80 Mio. nach 10,19 Mio. / Änderung Erwerbstätige ohne Agrar -263t nach -201t / Änderung Erwerbstätige prod. Gewerbe -51t nach -66t / Arbeitslosenquote 9,8% nach 9,7% / Durchschn. Stundenlohn +0,1% nach +0,4% (MoM), +2,5% nach +2,6% (YoY) / Durchschn. Wochenstunden 33,0 nach 33,1 / Auftragseingang Industrie -0,8% nach +1,4% / ISM Non-Manf. Composite 50,9 nach 48,4 / ABC Verbrauchervertrauen -45 nach -46 / MBH Hypothekenanträge +16,4% nach -2,8%. Daten aus Euroland: PMI Verarbeitendes Gewerbe 49,3 nach 49,0 / Arbeitslosenquote 9,6% nach 9,5% / PPI +0,4% nach -0,7% (MoM), -7,5% nach -8,4% (YoY) / PMI Dienste 50,9 nach 50,6 / PMI Composite 51,1 nach 50,8 / Sentix-Investorvertrauen -12,6 nach -14,6 / Einzelhandelsumsätze unv. -0,2% (MoM), -2,6% nach -1,9% (YoY) / BIP sb -0,2% nach -0,1% (QoQ), -4,8% nach -4,7% (YoY) / Haushaltsausgaben (QoQ) +0,1% nach +0,2% / Staatskosten (QoQ) +0,7% nach +0,4%. Daten aus Deutschland: Einzelhandelsumsatz -1,5% nach +0,7% (MoM), -2,6% nach -0,8% (YoY) / PMI Verarbeitendes Gewerbe unv. 49,6 / PMI Dienste 52,1 nach 52,2 / Auftragseingänge Industrie +1,4% nach +3,1% (MoM sb), -20,4% nach -20,1% (YoY nsb).

Rückblick

Tradingrange während der Berichtswoche: Euro-Buxl-Future zwischen 99,10% und 100,48%, Euro-Bund-Future zwischen 121,51% und 122,97%, Euro-Bobl-Future zwischen 115,32% und 116,15%, Euro-Schatz-Future zwischen 108,065% und 108,34%. Jede neue Zahl war ein gigantischer Schlag ins Kontor, ein weiterer Abgrund, der sich unter der taumelnden Finanzindustrie auftat. Vor einem Jahr noch schätzte der Internationale Währungsfonds IWF die Gesamtverluste durch Giftpapiere und faule Kredite auf 1,4 Billionen Dollar, dann auf 2,2 Billionen, am Ende lautete die Horror-Prognose auf unvorstellbare 4,0 Billionen Dollar (2,7 Billionen Euro). Erstmals seit Ausbruch der Finanzmisere nahm der IWF jetzt den Fuß vom Gas, rechnet nun mit 600 Milliarden weniger, die im Krisen-Orkus verschwinden. Sicher ein Hoffnungsschimmer. Für ausgestanden halten die Washingtoner Experten, die in diesem Jahr zu ihrer Herbsttagung nach Istanbul luden, die Probleme der Geldbranche aber bei weitem nicht. Nach Schönfärberei war José Vinals kaum zumute, als der Chef der IWF-Kapitalmarktabteilung den halbjährlichen Bericht des Fonds zur Stabilität der globalen Finanzmärkte vorlegte. Dass die Verluste nun voraussichtlich geringer ausfallen, sei eine willkommene Nachricht, meint er. „Aber wir sehen vor uns noch erhebliche Herausforderungen, vor allem bei den Banken.“ In zwei zentralen Bereichen - bei der Kapitalausstattung und den Giftpapieren in ihren Bilanzen - liegt dem Spanier zufolge einiges im Argen. Da sind noch die Ramschpapiere in den Büchern der Banken, Ursache für die gigantische Vertrauenskrise, die beinahe das globale Finanzsystem zum Einsturz brachten. Es ist inzwischen etwas stiller um sie geworden - völlig zu Unrecht, sind sich die Experten einig. Viel zu langsam säuberten die Geldhäuser ihre Bilanzen von dem finanziellen Giftmüll. „Da hängt man einfach hinterher“, so Vinals. Milliardenverluste zwingen die Landesbank Baden-Württemberg zur größten Schrumpfkur ihrer Geschichte. Das einstige Aushängeschild unter den sieben deutschen Landesbanken gibt ganze Geschäftsbereiche auf und streicht in den nächsten vier Jahren 2.500 Stellen - beinahe jeden fünften ihrer 13.600 Arbeitsplätze. Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist im August auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 9,6 Prozent. Derzeit sind über 15 Millionen Menschen in der Euro-Zone ohne Arbeitsplatz. In den USA ist die Arbeitslosenquote im September von 9,7 im Vormonat auf 9,8 Prozent und somit auf den höchsten Stand seit 26 Jahren gestiegen. Ein höherer Wert war zuletzt im Juni 1983 mit 10,1 Prozent gemeldet worden. Die US-Einlagensicherung FDIC hat am Freitag die Jennings State Bank in Minnesota und die Southern Colorado National Bank geschlossen. Damit sind seit Jahresanfang 98 US-Banken Pleite gegangen, nach 25 in 2008 und 3 in 2007. Die australische Zentralbank (RBA) hat den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht. Es war die erste Anhebung des Schlüsselzinses seit März 2008. Die Zentralbank hatte den Zins im Zuge der Kreditkrise um 425 Basispunkte auf ein Rekordtief von drei Prozent gesenkt.

Damit ergab sich am heutigen Donnerstagmorgen folgende Ausgangslage:

Der richtungsweisende Euro-Bund-Future schloss am gestrigen Abend nach einer Tagesrange zwischen 122,31% und 122,91% bei 122,79% (Vw: 121,88%). Das gehandelte Volumen betrug 0,732 Mio. Kontrakte. Der Euro-Buxl-Future schloss bei 100,26% (Vw. 99,12%), der Euro-Bobl-Future bei 116,03% (Vw: 115,55%) und der Euro-Schatz-Future bei 108,24% (Vw: 108,16%). Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe (Bundesbankfixing) lag bei 3,143% (Vw: 3,233%). Zweijährige US-Treasuries rentierten bei 0,88% (Vw: 0,96%), fünfjährige Anleihen bei 2,19% (Vw: 2,32%), die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen bei 3,20% (Vw: 3,31%) und Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit bei 4,01% (Vw: 4,05%). Am Aktien- und Devisenmarkt waren ggü. der Vorwoche folgende Änderungen zu registrieren: DAX 5.640,75 (Vw: 5.675,16), Dow Jones 9.725,58 (Vw: 9.712,28) und EUR/USD 1,4758 (Vw: 1,4624).

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