Marktberichte

Bond Report Im Sog der Rezession

[10:00, 30.04.09]

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Highlights der vergangenen Berichtswoche:

Leitzinsentscheidungen der Zentralbanken: Russland senkt den Leitzins um 0,50 auf 12,50 %. Daten aus USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe 640t nach 613t / Registrierte Arbeitslose 6.137t nach 6.044t / Wiederverkäufe Häuser März 4,57Mio nach 4,71Mio, -3,0% nach +4,9% (MoM) / Auftragseingang langl. Güter März. -0,8% nach +2,1% / Langl. Güter ohne Transport März -0,6% nach +2% / Neubauverkäufe März 356t nach 358t, -0,6% nach +8,2% (MoM) / S&P CaseShiller Hauspreisindex Feb. 143,17 nach 146,35 / Verbrauchervertrauen April 39,2 nach 26,9 / ABC-Verbrauchervertrauen -45 nach -47 / BIP QoQ (Jahresbasis) -6,1% nach -6,3%/ PCE-Kernrate 1.Q. +1,5% nach +0,9% (QoQ). Daten aus Euroland: Leistungsbilanz Feb. -8,1 Mrd. € nach -12,3 Mrd. € (sb), Leistungsbilanz -2,3 Mrd. € nach 19,9 Mrd. € (nsb) / PMI Verarbeitendes Gewerbe Apr. 36,7 nach 33,9 / PMI Dienste Apr. 43,1 nach 40,9 / PMI Composite Apr. 40,5 nach 38,3 / neue Industrieaufträge Feb. -0,6% nach -2,0% (MoM) sb, -34,5% nach -34,3% (YoY) / M3 März 5,1% nach 5,8% (YOY) sb / Konjunkturklima-Indikator Apr. -3,33 nach -3,49 / Verbrauchervertrauen Apr. -31 nach -34 / Wirtschaftsvertrauen Apr. 67,2 nach 64,7 / Industrievertrauen Apr. -35 nach -38 / Dienstleistungvertrauen Apr. -24 nach -25. Daten aus Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe Apr. 35,0 nach 32,4 / PMI Dienste März 43,5 nach 42,3 / ifo-Geschäftsklima Apr. 83,7 nach 82,1 /ifo-Aktuelle Geschäftslage Apr. 83,6 nach 82,7 / ifo-Geschäftserwartungen Apr. 83,9 nach 81,6 / Importpreisindex März -0,4% nach -0,1% (MoM), -7,1% nach -6,4% (YoY) /  GfK Verbrauchervertrauen Apr. unv. 2,5 / VPI Hessen Apr. -0,1% nach -0,2% (MoM), +0,3% nach +0,2% (YoY) / VPI NRW Apr. +0,2% nach -0,1% (MoM), +0,8% nach +0,3 / VPI Bayern Apr. +0,1% nach -0,2% (MoM), +1,0% nach +0,8%(YoY) / VPI BaWü Apr. +0,0% nach -0,3% (MoM), +0,7% nach +0,5% (YoY) / VPI Apr. 0,0% nach -0,1% (MoM), +0,7% nach 0,5% (YoY) / VPI-EU-harmonisiert Apr. 0,0% nach -0,2% (MoM), 0,7% nach 0,4% (YoY).

Rückblick

Tradingrange während der Berichtswoche: Euro-Bund-Future zwischen 121,94% und 123,37%, Euro-Bobl-Future zwischen 115,31% und 116,27%, Euro-Schatz-Future zwischen 107,78% und 108,18%. Waren zu Beginn der Berichtswoche noch die Warnungen vom IWF und der Europäischen Zentralbank zu weiteren massiven Belastungen der Banken und die in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichte geheime Liste über die von der Finanzkrise betroffenen Vermögenswerte deutscher Banken (816 Mrd. €) marktbeherrschend, so rückte relativ schnell die Angst vor einer nicht beherrschbaren Schweinegrippe in den Fokus der Börsianer. Inzwischen ist auch bei diesem Thema die erste Panik gewichen und die internationalen Kapitalmärkte (Aktien und Renten) haben sich nach den jüngsten Konjunkturdaten zu neuen Höhen aufgeschwungen. Die Bewegungen an den internationalen Rentenmärkten glichen einer Berg- und Talbahn und die teilweise verrückten Marktbewegungen waren nicht immer erklär- bzw. nachvollziehbar. Die Ankündigung seitens  GM, eine Tilgungszahlung i.H.v. einer Milliarde USD per 1. Juni nicht zu leisten, wurde als Anfang vom Ende GM’s interpretiert. Meldungen von Milliardenverlusten der japanischen Finanzriesen Nomura und Mizuho, die vernichtenden Prognosen der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands zur wirtschaftlichen Entwicklung bis 2010, Details zum Stress-Test für US-Banken, mahnende Worte des IWF-Lenkungsausschusses zu weiteren Schritte gegen die Krise an und die sofortige Finanzspritze über 250 Mrd. USD für den IWF ließen die Märkte nicht zur Ruhe kommen.

Nach der Bekanntgabe der gestrigen Zinsentscheidung in den USA stellte sich verhaltener Optimismus ein, denn die Währungshüter haben den Leitzins erwartungsgemäß nicht verändert. Die Tatsache, dass die US-Wirtschaft über einen längeren Zeitraum schwach bleiben werde, wurde zwar nochmals betont, allerdings legte man großen Wert darauf, dass das Tempo des Rückgangs nachgelassen habe und der private Konsum sich stabilisiere. Vor diesem Hintergrund und nach der Bekanntgabe eines Rückganges des US-BIP im ersten Quartal des Jahres um 6,1% und der um 6% ermäßigten Konjunkturprognose in Deutschland seitens der Bundesregierung gab es an den Märkten kein Halten mehr. Alles kletterte: Aktien, Renten und Euro/US-Dollar, doch zum Schluss gaben die langlaufenden Bonds deutlich nach!

Damit ergab sich am heutigen Donnerstagmorgen folgende Ausgangslage:

Der richtungsweisende Euro-Bund-Future schloss am gestrigen Abend nach einer Tagesrange zwischen 122,29% und 123,17% bei 123,08% (Vw: 122,34%). Das gehandelte Volumen betrug 0,86 Mio. Kontrakte. Der Euro-Bobl-Future schloss bei 116,21% (Vw: 115,48%) und der Euro-Schatz-Future bei 108,13% (Vw: 107,83%). Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe (Bundesbankfixing) lag bei 3,202% (Vw: 3,146%). Zweijährige US-Treasuries rentierten bei 0,94% (Vw: 0,96%), fünfjährige Anleihen bei 2,01% (Vw: 1,90%), die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen bei 3,09% (Vw: 2,94%) und Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit bei 4,02% (Vw: 3,81%).

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