Marktberichte

Bond Report Quo vadis, Anleihen?

[10:20, 27.08.09]

Seite 1 | 2

Highlights der vergangenen Berichtswoche:

Ungarn senkt um 0,50 auf 8,00% und Israel erhöht um 0,25 auf 0,75%. Daten aus USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe 576t nach 561t / Registrierte Arbeitslose 6.241t nach 6.239t / Frühindikatoren Juli +0,6% nach +0,8% / Philadelphia-Fed-Index Aug. +4,2 nach -7,5 / Zahlungsverzug Hypotheken 2Q +9,24% nach +9,12% / Wiederverkäufe Häuser Juli 5,24 Mio nach 4,89 Mio, +7,2% nach +3,6% (MoM) / Chicago Fed Nat Activity Index Juli -0,74 nach -1,82 / S&P/CaseShiller Hauspreisindex Juni 141,86 nach 139,91 / S&P/CS Composite-20 Juni -15,44% nach -17,02% (YoY) / Verbrauchervertrauen Aug. 54,1 nach 47,4 / Richmond Fed Herstellerindex Aug. unv. 14 / Hauspreisindex Juni +0,5% nach +0,6% (MoM) / ABC Verbrauchervertrauen -45 nach -46 / MBA Hypothekenanträge +7,5% nach +5,6% / Auftragseingang langl.Güter Juli +4,9% nach -1,3% / Langlebige Güter ohne Transport Juli +0,8% nach +2,5% / Neubauverkäufe Juli 433t nach 395t , +9,6% nach +9,1% (MoM). Daten aus Euroland: PMI Verarbeitendes Gewerbe Aug. 47,9 nach 46,3 / PMI Dienste Aug. 49,5 nach 45,7 / PMI Composite Aug. 50,0 nach 47,0 / neue Industrie-aufträge Juni +3,1% nach -0,5% (MoM), -25,1% nach -30,3% (YoY). Daten aus Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe Aug. 49,0 nach 45,7 / PMI Dienste Aug. 54,1 nach 48,1 BIP sb 2Q final unv. +0,3% (QoQ) / BIP wda 2Q final unv. -5,9% (YoY) / BIP wda 2Q final unv. -7,1% (YoY) / Privater Konsum 2Q +0,7% nach +0,6% / Kapitalanlage 2Q final +0,8% nach -7,7% / Investitionen im Baugewerbe 2Q final +1,4% nach +0,2% / Binnennachfrage 2Q final -1,3% nach -1,0% / Importe 2Q final -5,1% nach -5,3% / Exporte 2Q final -1,2% nach -10,5% / Importpreisindex Juli -0,9% nach +0,4% (MoM), -12,6% nach -11,3% (YoY) / ifo-Geschäftsklima Aug. 90,5 nach 87,4 / ifo-Aktuelle Geschäftslage Aug. 86,1 nach 84,4 / ifo-Geschäftserwartungen Aug. 95 nach 90,4 / VPI NRW Aug. +0,3% nach -0,2% (MoM), +0,0% nach -0,7% (YoY).

Rückblick

Tradingrange während der Berichtswoche: Euro-Buxl-Future zwischen 99,42% und 98,00%, Euro-Bund-Future zwischen 122,89% und 121,76%, Euro-Bobl-Future zwischen 116,40% und 115,63%, Euro-Schatz-Future zwischen 108,24% und 107,955%. In der letzten Handelswoche wurden die weltweit größtenteils positiven Konjunkturdaten zum Anlass genommen, die Aktienkurse zu beflügeln und somit zumindest zeitweise die Renten -wegen der konjunkturellen Aufhellung- unter Druck zu setzen. Der US-Notenbankchef Ben Bernanke, der inzwischen von US Präsident Barack Obama für eine zweite Amtszeit vorgeschlagen wurde, äußerte sich auf der jährlichen Konferenz der Fed in Jackson Hole ebenfalls zuversichtlich über die Wirtschaftsentwicklung in den kommenden Monaten. Nach seiner Meinung scheint sich die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten und im Ausland inzwischen wieder zu stabilisieren. „Die Aussicht einer Rückkehr auf den Wachstumspfad in der nahen Zukunft scheint gut“, sagte Ben Bernanke gemäß Redemanuskript. Dies ist ein Beispiel für die momentan vorherrschende finanzmarktfreundliche Rhetorik der Zentralbankenvertreter. Dass der Verlauf der Konjunkturerholung jedoch steinig sein werde und nicht ohne Risiken verlaufe, wurde nur am Rande zur Notiz genommen. „Obwohl wir das Schlimmste verhindert haben, stehen uns noch schwierige Herausforderungen bevor“, betonte Bernanke weiter. Warnende Worte und negative Aspekte sind aktuell nicht en vogue und auch Vertreter der Deutschen Bundesbank und des Finanzministeriums betonen immer wieder, dass es unsicher sei, ob sich die konjunkturelle Stabilisierung als nachhaltig erweisen werde. Somit kam es beim Euro-Bund-Future trotz einer kurzzeitigen Unterschreitung der 200-Tage-Linie (122%) wieder zu einer Rückkehr zu den Höchstständen der vorherigen Berichtswoche. Viele Marktteilnehmer hatten vor dem Hintergrund der vielen Neuemissionen, der ausufernden Staatsverschuldung (u.a. Veröffentlichung einer 2 Billionen höheren Staatsverschuldung bis 2019 für USA) mit steigenden Renditen gerechnet, allerdings kam alles ganz anders. Die Aktien- und Rentenmärkte gingen im Gleichschritt freundlicher, denn in ruhigen Rentenmärkten fehlt der Verkaufsdruck und ohne Verkäufe gibt es keine fallenden Notierungen. Hinzu kommt, dass sich viele Investoren verspekuliert haben und jetzt noch nach „Schnäppchen“ suchen. Die größte Problematik für die Rentenhändler stellt allerdings der sogenannte „Zentralbank-Carrytrade“ da. Hierbei wird billiges Geld von der EZB aufgenommen und einer Anlage in sicheren Staatspapieren zugeführt. Anschließend harrt man der Dinge, die da kommen und lebt von der positiven Zinsdifferenz!

Damit ergab sich am heutigen Donnerstagmorgen folgende Ausgangslage:

Der richtungsweisende Euro-Bund-Future schloss am gestrigen Abend nach einer Tagesrange zwischen 122,89% und 122,27% bei 122,79% (Vw: 120,67%). Das gehandelte Volumen betrug 0,697Mio. Kontrakte. Der Euro-Buxl-Future schloss bei 99,28% (Vw. 99,34%), der Euro-Bobl-Future bei 116,29% (Vw: 116,22%) und der Euro-Schatz-Future bei 108,23% (Vw: 108,155%). Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe (Bundesbankfixing) lag bei 3,257% (Vw: 3,265%). Zweijährige US-Treasuries rentierten bei 1,05% (Vw: 1,01%), fünfjährige Anleihen bei 2,46% (Vw: 2,42%), die richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen bei 3,43% (Vw: 3,46%) und Longbonds mit 30 Jahren Laufzeit bei 4,18% (Vw: 4,29%). Am Aktien- und Devisenmarkt waren ggü. der Vorwoche folgende Änderungen zu registrieren: DAX 5.521,97 (Vw: 5.231,98), Dow Jones 9.543,52 (Vw: 9.279,16) und EUR/USD 1,4242 (Vw: 1,4228).

© 2009 boerse-online.de

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.692,96

-95,84 Punkte/-1,41%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
54,80 +1,11%
81,60 +0,74%
77,41 +0,43%
7,47 +0,16%
DAX Flops
  Kurse Diff%
2,06 -5,16%
33,47 -4,00%
21,97 -3,89%
10,72 -2,99%
Wie weit wird der DAX 2012 noch steigen?
 

Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Grosse Lesserumfrage Onlinebroker 2012
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 09/2012

Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »