Die beiden größten Druckmaschinenhersteller der Welt wollten zusammen unschlagbar werden. Doch nun bläst Manroland das Geschäft ab. Die Anleger sind entsetzt. Die Heideldruck-Aktie bricht um ein Viertel ein.
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Die Fusionsgespräche der Druckmaschinenhersteller
Heidelberger Druck und Manroland sind gescheitert. Aus informierten Kreisen verlautete, der Manroland-Mehrheitseigentümer
Allianz Capital Partners (ACP) habe die Gespräche gestoppt. Hintergrund sei, dass die von Heideldruck am Freitag veröffentlichten Zahlen noch schlechter ausgefallen seien als erwartet. Manroland gehört zu 65 Prozent der
Allianz -Tochter ACP und zu 35 Prozent dem MAN-Konzern. Gleichzeitig ist die
Allianz auch mit 12 Prozent an Heidelberger Druckmaschinen beteiligt.
Mittelfristig könnte die Fusion jedoch wieder zum Thema werden. Eine mit den Überlegungen vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Manroland glaube, den Zusammenschluss mit dem Branchenführer aus Heidelberg seinen Kunden und Beschäftigten gegenüber derzeit nicht vertreten zu können. Ein anderer Beteiligter sagte, die Transaktion wäre derzeit wohl nicht finanzierbar gewesen. Die beiden Unternehmen sowie die
Allianz, die mit 65 Prozent an Manroland und mit zwölf Prozent an
Heidelberger Druck beteiligt ist, wollten sich zum Scheitern der Gespräche nicht äußern.
Die Aktie von Heideldruck brach bei hohen Umsätzen zeitweise um 25,3 Prozent auf 5,50 Euro ein. Reuters hatte Ende September berichtet, die Gespräche seien in eine entscheidende Phase getreten. Bis Mitte Oktober sollte geklärt werden, ob ein formeller Fusionsprozess gestartet wird. Allerdings gab es nie eine offizielle Bestätigung, dass beide Seiten miteinander sprechen.
Der Konzern hatte am Wochenende bekannt gegeben, noch kein Ende der Durststrecke zu sehen. Nach einer Umsatzstagnation im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 sei auch in den kommenden Quartalen nicht mit einer Belebung zu rechnen. Das Auftrags- und Umsatzniveau werde sich nicht wesentlich erhöhen und damit unter den eigenen Erwartungen liegen. Im Gesamtgeschäftsjahr werde der Umsatz deutlich unter dem Vorjahresniveau von 3 Milliarden Euro liegen. "Der Vorstand geht aufgrund dieses niedrigen Umsatzvolumens von einem Betriebsergebnis (EBIT) aus, das zwischen minus 110 Millionen und minus 150 Millionen Euro liegen wird."
Nach vorläufigen Berechnungen lagen im zweiten Geschäftsquartal, das am 30. September endete, der Auftragseingang mit rund 530 Millionen Euro und der Umsatz mit rund 500 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorquartals. Die Auftragslage sei in den USA, in Japan und einigen europäischen Märkten sehr schwierig, einzelne gut laufende Märkte in Europa und Asien könnten das nicht ausgleichen. "Die Kapazitäten der Kunden sind aufgrund der geringen Ausgaben im Werbesektor nach wie vor sehr schwach ausgelastet, was zu einer weiter anhaltenden Investitionszurückhaltung führen dürfte", teilte
Heidelberger Druck mit.
Der von der Krise in der Druck- und Werbebranche stark in Mitleidenschaft gezogene Druckmaschinenbauer hat bereits versucht, mit einem kräftigen Jobabbau das Ruder herumzuwerfen. In den nächsten sechs Monaten verliert jeder achte Mitarbeiter in Deutschland seinen Arbeitsplatz. Seit Jahresbeginn hat
Heidelberger Druck bereits 2500 Stellen abgebaut, Ende Juni fanden dort in Deutschland noch gut 12.500 Menschen Arbeit. Die weitere Finanzierung hatte sich die Firma im Frühsommer nur durch staatliche Garantien und Kredite gesichert.
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