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Marktberichte

Marktbericht Analysten bezweifeln Markterholung

[10:01, 13.03.10]


Der Dax wird wohl in der neuen Handelwoche keine großen Sprünge machen, glauben Aktienstrategen. Zwar kratzte der deutsche Leitindex in den vergangenen Tagen immer wieder an der 6000-Punkte-Marke, doch für eine dauerhafte Erholung fehlen Impulse.


DAX ®
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
846900
Stand
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Veränd. z. Vortag
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Es wird wohl keine fulminante Woche für den deutschen Leitindex Dax: "Die Unsicherheiten rund um Griechenland dürften vorerst weiter belasten, zumal der Schwerpunkt der griechischen Refinanzierungen in den kommenden Monaten April/Mai ansteht", schreibt Michael Köhler, Analyst der LBBW. Deswegen warnt Ralf Zimmermann, Aktienstratege bei der Privatbank Sal. Oppenheim: "Aktuell gibt es im Markt eine Erholungsbewegung, der man unserer Meinung nach nicht hinterherlaufen sollte."

Die abgelaufene Woche beendeten die Börsen mit leichten Gewinnen. Der Dax legte binnen Wochenfrist 1,2 % auf 5945 Zähler zu. Seit dem Tief Anfang Februar summiert sich das Plus auf knapp 10 %. Der Stoxx 50 stieg um 0,2 % und der Nikkei-Index in Tokio rückte um 0,8 % vor. Der Dow Jones legte auf Wochensicht 0,6 % zu und notierte bei 10.624 Punkten, der S&P 500 lag 1 % im Plus und notierte bei 1149 Zählern.

Die Causa Griechenland

In den nächsten Monaten wird der Aktienmarkt nach Ansicht von Zimmermann auf der Stelle treten. Er erwartet erst im zweiten Halbjahr eine leichte Belebung, die den Dax bis auf die Marke von 6300 Punkten heben könnte. Ein großer Hemmschuh werde die Causa Griechenland sein: "Nicht nur Griechenland wird zu mehr Sparsamkeit gezwungen sein. Um den Euro zu retten, werden viele Länder der Währungsunion ihre Staatsfinanzen verbessern müssen." Dies werde die ohnehin langsame Konjunkturerholung noch zäher machen.

Weitere Dämpfer kommen laut Zimmermann von den Unternehmen und den US-Verbrauchern: "Bei den im April beginnenden Quartalsberichten werden sich die Ausblicke der Unternehmen eher eintrüben." Auf europäische Unternehmen drohten die Auswirkungen der Griechenland-Diskussionen abzufärben, in den USA sei eine nachhaltige Erholung des stark verschuldeten Verbrauchers unwahrscheinlich. "Und ein wachsendes Asien allein wird für eine kräftige globale Konjunkturerholung nicht ausreichen", warnte der Aktienstratege.

An den Rentenmärkten geht es aufwärts

Von den Investoren ist auch kein großer Schub zu erwarten. Zimmermann zufolge liegt die Kassenquote der institutionellen Fondsmanager in der Nähe historischer Tiefs. "Nachhaltige Kursgewinne sind nur dann möglich, wenn die Privatanleger jetzt wieder verstärkt in Aktienfonds investieren würden - ein Szenario, das angesichts des ungewissen Konjunkturausblicks unwahrscheinlich ist", sagte Zimmermann.

In den USA dürfte sich die Aufwärtsbewegung nach Ansicht von Richard Sparks, Analyst bei Schaefflers Investment Research, fortsetzen. Schon vergangene Woche zogen die Kurse an der Wall Street unter Führung der Bankwerte an. "Die Finanztitel haben eine sehr gute Figur gemacht. Der allgemeine Trend am Markt ging nach oben. Alles spricht dafür, dass das auch so weiter geht", sagte Sparks.

An den Rentenmärkten spricht zunächst vieles für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung der vergangenen Woche - trotz der leichten Erholung am Freitag. Nachdem sich die Turbulenzen um Griechenlands Zahlungsfähigkeit etwas beruhigt haben, sind die Anleger wieder etwas risikofreudiger geworden. Bundesanleihen verlieren dadurch an Attraktivität als sicherer Hafen.

Sollte der Bund-Future unter die wichtige Unterstützungsmarke von 122,25 Punkten fallen, "würde dies die Tür für eine eher überfällige Abwärtsbewegung in Richtung 120 Punkten öffnen", schreibt Elmar Völker, Bond-Analyst der LBBW. Bei der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen entspräche dies einer Annäherung an den Stand vom Jahresanfang bei 3,40 %. Am Freitag lag der Bund-Future am frühen Abend bei 122,58 Punkten, die zehnjährige Rendite bei 3,18 %.

Die größte Aufmerksamkeit der Anleihemärkte wird sich auf die Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Dienstag richten. "Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die Währungshüter an der Formulierung festhalten, dass der Leitzins noch über längere Zeit auf dem extrem niedrigen Niveau verbleibt", so Völker. Eine Abschwächung dieser zentralen Aussage könnte bei den Rendite kurz laufender US-Staatspapiere für zusätzliche Aufwärtsdynamik sorgen. Scott Wren sowie Alec Young, Strategen bei A.G. Edwards und Standard & Poor's erwarten nicht, dass die Fed Entscheidendes zu ihrer Ausstiegs-Strategie aus der lockeren Geldpolitik sagen wird. "Wir sind immer noch weit weg von großen Veränderungen", sagte Young.

Für den Euro könnte es auch diese Woche weiter nach oben gehen, nachdem sich die Gemeinschaftswährung am Freitag wieder auf Kurse von über 1,37 $ erholt hat. Nach Ansicht der Analysten von Tiberius Asset Management hat die negative Stimmung gegenüber dem Euro "den Scheitelpunkt bereits überschritten". Sie halten aktuell schnelle und heftige Deckungskäufe "bis zur Marke von 1,45 $ für die wahrscheinlichste Variante."  Goldman Sachs sieht den Euro auf Sicht von drei Monaten ebenfalls bei 1,45 $.


Kursinformationen + Charts

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