Marktberichte

Marktbericht Vertrauen in Zykliker wächst

[14:50, 02.09.10]

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Die Aktienmärkte stemmen sich gegen Gewinnmitnahmen. Das gelingt zunehmend, nachdem böse Überraschungen von der EZB ausblieben und die US-Konjunktur erneut gute Zahlen lieferte.


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Der DAX notierte nahezu unverändert bei 6083 Punkten. Der Stoxx 50 sank um 0,1 Prozent. Der Londoner FTSE 100 stieg um 0,1 Prozent, der Pariser CAC 40 rückte um 0,2 Prozent vor. Am Vortag hatten Europas Indizes nach guten US-Konjukturdaten kräftige Aufschläge verzeichnet.

Wie von den Analysten erwartet, belässt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bis auf Weiteres auf seinem Rekordtief von 1,0 Prozent. Zudem erhöhte die EZB ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum der Euro-Zone im laufenden Jahr auf 1,4 bis 1,8 Prozent. Im Juni war die Notenbank noch von einem Wachstum von maximal 1,3 Prozent ausgegangen. Auch die Inflationsschätzung wurde von 1,4 bis 1,6 Prozent auf 1,5 bis 1,7 Prozent leicht angehoben.

Für Erleichterung sorgten wie am Vortag die US-Konjunkturdaten. Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten monatlichen Arbeitsmarktberichts des US-Wirtschaftsministeriums sanken die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 6000 auf 472.000 Fälle. Außerdem stehen um 16 Uhr (MESZ) die Daten zu den ausstehenden Hausverkäufen und zum Auftragseingang der US-Industrie im Juli auf dem Plan.

Heidelcement erneut an der DAX-Spitze

Zykliker waren gefragt, unter anderem bei  Heidelberg Cement . Nachdem das Papier am Vortag bereits um rund sechs Prozent in die Höhe geschossen war, legte es erneut 1,7 Prozent zu. Händler verwiesen auf den starken ISM-Einkaufsmangerindex vom Mittwoch, der den Rückfall in eine Rezession in den USA unwahrscheinlicher werden lasse. Zudem stuften die Analysten von Chevreux den Zementsektor hoch.

Die deutschen Hersteller von Oberklasseautos haben ihren Absatz in den USA im August kräftig gesteigert.  Daimler verkaufte 15 Prozent mehr Autos der Marke Mercedes Benz als im Vorjahr.  Porsche legte 33 Prozent zu und auch die Marke  BMW verzeichnete Zuwächse. Der Absatz der BMW-Gruppe einschließlich der Marke Mini fiel dagegen um 1,6 Prozent. Auch bei  VW war der US-Absatz im August um 7,9 Prozent rückläufig. Ein Grund für die negative Entwicklung war das Auslaufen der US-Abwrackprämie.

Die zuletzt schwachen Aktien der Automobilhersteller entwickelten sich dementsprechend positiv: Das Papier von  Daimler legte 1,8 Prozent auf 41,17 Euro zu. Die Analysten der  UBS zogen ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie zurück und stuften das Papier "neutral" ein. Als Begründung nannten sie die Kursverluste der vergangenen Wochen, nach denen das Kursziel von 39 Euro nun fast erreicht sei. Die Aktie von  BMW gewann 1,4 Prozent,  VW stieg 0,5 Prozent.  Porsche legte 1,3 Prozent zu. Der Branchenindex im Stoxx 600 notierte 1,1 Prozent fester.

Deutsche Post profitiert von EuGH-Urteil

Am DAX-Ende notierte die Aktie der  Deutschen Bank mit einem Minus von 2,6 Prozent. Die Analysten von  Merrill Lynch hatten das Papier zuvor auf die Liste der am wenigsten bevorzugten Titel gesetzt. Außerdem machte das Gerücht die Runde, die Bank werde bald eine Kapitalerhöhung vornehmen.

Das Papier der  Deutschen Post profitierte von einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs und stieg um 1,3 Prozent. Das Logistikunternehmen muss der Bundesregierung vermeintliche Subventionen in Höhe von 907 Mio. Euro nicht zurückzahlen. Die EU-Kommission hatte der Post unterstellt, von der Bundesregierung staatliche Beihilfen für die postalische Grundversorgung erhalten zu haben. Die EU-Kommission hatte 2002 die Rückzahlung der öffentlichen Gelder gefordert, wogegen die  Deutsche Post eine Klage angestrengt hatte.

Der Energiekonzern  RWE plant nach Medienberichten eine Zusammenlegung der heimischen Geschäfte in einer Deutschland AG. Nach Informationen des "Handelsblatts" soll der Aufsichtsrat den Plänen von Konzernchef Jürgen Großmann auf seiner nächsten Sitzung Ende September zustimmen. Die Aktie drehte dennoch nach wenigen Handelsminuten ins Minus und verlor zuletzt 0,8 Prozent. "Solange die künftige Steuerbelastung nicht geklärt ist, bleiben die Versorgerwerte einfach unpopulär bei den Anlegern", sagte ein Händler.

Erholung in Tokio

Die unerwartet starken Einkaufsmanagerindizes in China und den USA hatten zuvor den Börsen in Fernost kräftigen Auftrieb verliehen. Vor allem die zuletzt verschmähten japanischen Aktien erholten sich. Der Nikkei stieg um 1,5 Prozent auf 9082 Punkte. Der breiter gefasste Topix stieg um knapp ein Prozent auf 819 Zähler. Zwischenzeitlich hatte der japanische Leitindex mehr als zwei Prozent zugelegt. Im späten Geschäft ging es jedoch bergab. Es sei noch zu früh zu sagen, dass die Sorgen über einen Rückfall der amerikanischen Wirtschaft in die Rezession beiseite gewischt worden seien, nur weil jüngste Daten "nicht schlecht" ausgefallen seien, sagte ein Händler. Die Börsen in Hongkong, Seoul, Taiwan, Schanghai und Sydney beendeten den Handel ebenfalls mit Aufschlägen.


 

© 2010 ftd

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