Streiks und Proteste in Griechenland begleiten die Verhandlungen über neue Milliardenhilfen. Doch es gibt offenbar Fortschritte. Der Euro legt kräftig zu, die Aktienmärkte erholen sich.
EUR/USD
Veränd. z. Vortag
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Das Hin und Her über eine Lösung für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland hat am Dienstag die Anleger an den europäischen Aktienmärkten in Atem gehalten. Nach Gewinnmitnahmen angesichts der Unsicherheit über die Verhandlungen in Athen kam kurz vor Handelsschluss wieder Hoffnung auf einen Durchbruch auf.
Der DAX schloss bis auf wenige Punkte zu seinem Vortagesschluss auf und ging mit 6754 Zählern nur noch 0,2 Prozent niedriger aus dem Handel. Der EuroStoxx schloss 0,2 Prozent höher. Beide Indizes hatten am Nachmittag noch je rund ein Prozent im Minus gelegen. Der Euro kletterte im Nachmittagsgeschäft um rund einen US-Cent auf 1,3270 Dollar und lag damit so hoch wie seit Mitte Dezember nicht mehr.
Am Devisenmarkt verwiesen Händler auf die Nachricht aus Athen, wonach sich die Regierung auf einen Entwurf für Sparauflagen geeinigt haben soll. "Der Euro signalisierte wieder eine steigende Risikoneigung der Anleger", begründete ein Händler den Stimmungswechsel. Viele Händler blieben aber skeptisch. "Fast stündlich wird uns das Ende der Verhandlungen versprochen, allein mir fehlt der Glaube", fasste ein Börsianer zusammen. In Griechenland machten am Dienstag die Menschen mit landesweiten Streiks ihrem Ärger über die desolate Lage Luft.
Finanzwerte drehen ins Plus
Nach ersten Gewinnmitnahmen griffen die Anleger am späten Nachmittag wieder bei den Finanzwerten zu. So drehte der Stoxx-Banken-Index 0,5 Prozent ins Plus, nachdem er zuvor noch rund ein Prozent verloren hatte. Zu den Gewinnern zählten die deutschen Banken, allen voran die Aktien der
Commerzbank, die um drei Prozent zulegten. Das Institut will mit der Abwicklung ihrer Krisentochter Eurohypo den größten Klotz am Bein so schnell wie möglich loswerden und habe daher der EU angeboten, die gewerbliche Immobilienfinanzierung der Eurohypo kräftig einzudampfen, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen Reuters.
Auf der Verliererseite blieben die Aktien der Schweizer
UBS, die nach der Vorlage der Bilanz 1,4 Prozent einbüßten. Analysten sprachen von einem enttäuschenden Ergebnis.
Im DAX standen vor allem die Aktien von Unternehmen mit einer großen konjunkturellen Abhängigkeit unter Druck, die zuletzt klar zugelegt hatten. Dazu zählten die Autobauer, allen voran
BMW und
Daimler mit Abschlägen von je fast zwei Prozent.
Gefragt waren auf der anderen Seite
K+S, deren Titel sich um 1,5 Prozent verteuerten. Börsianer begründeten dies mit dem optimistischen Ausblick des norwegischen Düngemittel-Produzenten Yara. Dessen Papiere zogen an der Osloer Börse um gut ein Prozent an.
Mit Enttäuschung und Verkäufen im großem Stil reagierten Investoren auf die Geschäftszahlen von
Fielmann. Die im MDAX gelisteten Aktien der Optikerkette brachen bei hohem Umsatz um fast sieben Prozent auf 74 Euro ein.
Anleger können Megafusion im Bergbau nicht viel abgewinnen
In Zürich verloren die Swatch-Aktien vier Prozent. Der Uhrenhersteller hatte mit seinem Jahresbericht die hohen Analystenerwartungen nicht ganz erfüllen können. Auch die Anteilsscheine des heimischen Konkurrenten Richemont und des französischen Luxusgüterherstellers
LVMH gerieten unter Druck und verloren je rund 2,5 Prozent.
Die Mega-Fusion in der Bergbaubranche sorgte in London eher für lange Gesichter: Sowohl die Aktien des weltgrößten Rohstoffhändlers Glencore als auch die des Bergbaukonzern Xstrata setzten ihre Talfahrt fort und verloren 3,8 beziehungsweise 4,9 Prozent. Viele Aktionäre sind von den Vorteilen der Fusion nicht überzeugt.
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