Marktberichte

Marktbericht Gewinnmitnahmen und Finanztitel drücken DAX

[14:57, 04.01.12]

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Der Leitindex beendet seinen Aufwärtstrend und verliert knapp 1 Prozent. Italiens größte Bank Unicredit muss bei ihrer milliardenschweren Kapitalerhöhung Zugeständnisse machen.


Nach einer viertägigen Rally ist dem DAX am Mittwoch die Puste ausgegangen. Gewinnmitnahmen und Sorgen um die Refinanzierung europäischer Banken drückten den deutschen Leitindex um 0,9 Prozent auf 6112 Punkte. "Nachdem wir jetzt 7 Prozent in wenigen Tagen dazugewonnen haben, sollte doch der Markt etwas überkauft sein und eine Konsolidierung eintreten", sagte Fidel Helmer, Kapitalmarktexperte des Bankhauses Hauck & Aufhäuser. Die für die italienische Großbank Unicredit enttäuschend verlaufende Kapitalerhöhung erinnerte Anleger zudem daran, dass die Euro-Schuldenkrise noch lange nicht ausgestanden ist. Der Bankenindex verlor 1,6 Prozent, der EuroStoxx50 gab 1,5 Prozent auf 2353 Zähler nach. An den US-Börsen notierten die wichtigsten Indizes jeweils rund 0,3 Prozent niedriger.

Für die Analysten der  Barclays Bank hatte die Erholung der vergangenen Tage vor allem technische Gründe. Die Kurse vieler Anlagen seien so tief gefallen, dass sie wieder attraktiv würden. Gleichzeitig werde es für Investoren zu teuer, auf weitere Kursverluste zu spekulieren, so lange es keine neue Serie schlechter Nachrichten gebe.

Auch Makoto Noji, Finanzmarktstratege bei SMBC Nikko Securities, riet angesichts der zu erwartenden Kursausschläge zur Vorsicht. "An den Rahmenbedingungen hat sich im Vergleich zu 2011 nichts geändert. Die Wirtschaft der entwickelten Staaten wird unter der Schuldenkrise und ihren Folgen leiden, während die anziehende Inlandsnachfrage in den Schwellenländern die Exportnachfrage in den Industrienationen stützt."

Ohne nachhaltigen Einfluss blieb die Emission zehnjähriger Bundesanleihen. Analysten bezeichneten die Auktion als unspektakulär und zufriedenstellend.

Milliardenschwere Unicredit-Kapitalerhöhung im Blick

DAX ®
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
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846900
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6.330,97
Veränd. z. Vortag
0,72 %

Angesichts des enormen Kapitalbedarfs der europäischen Banken rückte die Ausgabe neuer Aktien durch Unicredit die Branche ins Rampenlicht. Italiens größte Bank muss bei ihrer 7,5 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung Investoren mit drastischen Abschlägen auf den Kurs der bereits gehandelten Papiere locken. Letztere brachen daraufhin an der Mailänder Börse um 14,5 Prozent auf 5,41 Euro ein und fielen damit auf den tiefsten Stand seit Einführung des Euro.

Der Abschlag von 43 Prozent verdeutliche, wie schwierig Kapitalerhöhungen für die Banken seien, sagte ein Börsianer. Die europäischen Institute versuchten daher sicher alles, um einen solchen Schritt zu vermeiden. Er rechne daher damit, dass die Geldinstitute die Eigenkapitalanforderungen mit einem beschleunigten Verkauf von Beteiligungen und dem Abbau von Risikopositionen erfüllen wollten. Vor diesem Hintergrund gaben die übrigen europäischen Banken mehrheitlich ebenfalls nach. Im DAX verloren  Commerzbank und  Deutsche Bank 5 beziehungsweise 3,4 Prozent und waren damit größte Verlierer. Die österreichische Raiffeisen Bank verbuchte ein Kursminus von 5,3 Prozent.

In stürmisches Wetter geriet auch die Nordex-Aktie, nachdem Konkurrent Vestas eine Gewinnwarnung veröffentlicht hatte. Die Titel des deutschen Unternehmens verloren 4,5 Prozent auf 4,10 Euro und gehörten damit zu den größten Verlierern im TecDAX. Vestas-Papiere brachen an der Kopenhagener Börse sogar um 19,2 Prozent ein und waren zeitweise so billig wie seit Juni 2003 nicht mehr. Da Verzögerungen bei europäischen Projekten auf die Vestas-Bilanz durchschlügen, könnte  Nordex vor ähnlichen Problemen stehen, sagte ein Börsianer. Ermutigend sei aber der starke Auftragseingang.


 

© 2012 Reuters

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