Marktberichte

Marktbericht Anleger treiben DAX auf Fünf-Monats-Hoch

[17:00, 23.01.12]

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Frankreichs Finanzminister Baroin lässt Anleger auf eine baldige Lösung der Griechenlandfrage hoffen. An der Spitze der DAX-Gewinner steht die Commerzbank: Mehr als die Hälfte des Gesamumsatzes im Leitindex geht auf ihr Konto.


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Hoffnungen auf eine Einigung bei den Verhandlungen Griechenlands mit seinen privaten Gläubigern haben am Montag die Kurse an den europäischen Aktienmärkten anziehen lassen. "Viele setzen offenbar auf eine Lösung in der Griechenlandfrage und kaufen jetzt wieder Aktien", sagte ein Händler. Der DAX drehte nach einem schwächeren Handelsauftakt ins Plus und schloss mit 6436 Punkten 0,5 Prozent höher. Damit liegt der Leitindex wieder auf dem Niveau vom August vorigen Jahres. Der EuroStoxx stieg um 0,2 Prozent.

Der französische Finanzminister Francois Baroin hatte nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble in Paris mitgeteilt, eine Vereinbarung privater Gläubiger mit dem griechischen Staat scheine Form anzunehmen. Die Einigung ist Voraussetzung für die nächste Überweisung aus dem internationalen Hilfsprogramm. Griechenland muss bis Ende März knapp 15 Mrd. Euro Schulden zurückzahlen.

Europaweit waren schon am Morgen die Bankwerte gesucht. Grund war Börsianern zufolge ein Bericht der Financial Times, wonach sich die Regierungen in Berlin und Paris für lockerere Kapitalregeln für Banken starkmachen. Zwar wies Schäuble den Bericht zurück, doch tat das den Kursgewinnen der Bankenwerte keinen Abbruch. In Frankfurt setzten sich die Aktien der  Commerzbank mit einem Plus von 13 Prozent auf 1,95 Euro wieder einmal an die Spitze der DAX-Gewinner. Dabei war der Umsatz sehr hoch - gemessen an der Zahl der gehandelten Papiere ging mehr als die Hälfte des DAX-Gesamtumsatzes auf ihr Konto. Die Aktien der  Deutschen Bank gewannen drei Prozent, die der  Allianz fast zwei Prozent. In Paris und Mailand zogen die Kurse der Finanzwerte noch kräftiger an:  Société Générale gewannen 8,6 Prozent, Unicredit zehn Prozent. Der Stoxx-Banken-Index stieg um zwei Prozent.

Positiv reagierten Anleger auch auf die Verhandlungen von  ThyssenKrupp über eine Zusammenführung mit seinem finnischen Konkurrenten Outokumpu. Damit können die beiden Unternehmen den größten Edelstahlproduzenten Europas schmieden. Nach Ansicht von Analysten würden beide davon profitieren. Trotz eines Dividendenabschlags von 45 Cent gewannen Thyssen-Titel 0,4 Prozent. Die Aktien des finnischen Konzerns schnellten um 18 Prozent nach oben. Börsianer werteten die Transaktion als Signal für eine Konsolidierung der stark von der Konjunktur abhängigen Edelstahlbranche in Europa. In Madrid sprang der Kurs von Acerinox um fünf Prozent in die Höhe.

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Spekulationen auf ein milliardenschweres Sparpaket gaben auch  Lufthansa einen Schub nach oben: die Titel kletterten um fast zwei Prozent.

DAX-Schlusslichter waren die Versorger. Bei  RWE stieß den Anlegern auf, dass sie wohl für 2011 eine geringere Dividende erhalten. Finanzchef Rolf Pohlig hatte der "Börsen-Zeitung" gesagt, zwar bleibe es bei einer Ausschüttungssumme von 50 bis 60 Prozent des nachhaltigen Nettogewinns. Doch müsse nach der Kapitalerhöhung die Summe auf mehr Aktien verteilt werden. RWE-Titel fielen um 2,4 Prozent. Die Aktien von Konkurrent Eon waren auch nicht viel begehrter: sie fielen um gut zwei Prozent, nachdem eine charttechnische Unterstützung fiel.

Im Nebenwerteindex MDAX zogen trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Geschäftsquartal die Aktien von  Wincor Nixdorf um vier Prozent an. Viele Anleger hätten einfach Schlimmeres befürchtet, hieß es.

Im SDAX setzten  Praktiker ihren Erholungskurs fort und wurden um 15,5 Prozent auf 2,31 Euro in die Höhe katapultiert. Nach dem Kursrutsch im vergangenen Jahr um über 80 Prozent ist die Aktie seit Anfang Januar gesucht. Inzwischen liegen die Titel wieder auf dem Niveau vom November 2011.


 

© 2012 Reuters

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