Der DAX schloss 0,2 Prozent fester bei 5925 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er zeitweise um mehr als ein Prozent zurückgelegen. Der europäische Auswahlindex Stoxx 50 gab dagegen 0,3 Prozent nach. Der Pariser CAC 40 und der Londoner FTSE 100 stiegen um 0,1 und 0,5 Prozent. "Der Markt ist und bleibt voller Nervosität und Unsicherheiten", sagte ein Händler.
Aus einer ganzen Reihe von US-Konjunkturdaten versuchten die Investoren, die künftige Richtung der US-Wirtschaft herauszulesen. Eindeutig positiv fielen die Zahlen nicht aus. Während Daten vom Immobilienmarkt und das US-Verbrauchervertrauen besser als erwartet ausfielen, ließ die Industrietätigkeit im Ballungsraum Chicago nach. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel auf 56,7 Punkte. Im Juli hatte er noch bei 62,3 Prozent gelegen.
Die Aktien von
Bayer verteuerten sich um 2,4 Prozent und führten den DAX an. Der Pharma- und Chemiekonzern erzielte mit seinem neuen Gerinnungshemmer in der Behandlung von Venenthrombosen einen Forschungserfolg. Die Experten von
Bank of America
Merrill Lynch bekräftigten daraufhin ihre Kaufempfehlung.
Schlusslicht waren die Anteile von
Infineon , die sich um 0,9 Prozent verbilligten. Marktteilnehmer sagten, der Verkauf sei seit langem erwartet worden und habe den Infineon-Aktienkurs gestützt. "Nachdem die Nachricht jetzt gekommen ist, machen einige eben Kasse", sagte ein Händler. Auf Jahressicht liegen die Infineon-Aktien 27 Prozent im Plus, während der DAX nur sieben Prozent gewonnen hat.
Die Aktien von
K+S verbilligten sich um 0,4 Prozent. Zeitweise hatten sie um mehr als 2 Prozent zurückgelegen. Die Analysten der
Credit Suisse reduzierten ihre Gewinnschätzungen für 2010 und 2011 um elf beziehungsweise zehn Prozent. "Die Kalipreise dürften im zweiten Halbjahr höchstwahrscheinlich sinken", hieß es in einem Kommentar. Etwas Unterstützung könnte der Aktienpreis zwar weiter von den Übernahmespekulationen im Sektor erhalten, fundamental seien die Papiere aber eher unattraktiv. Die Empfehlung der
Credit Suisse blieb "Neutral".
Stahlkonzerne gerieten zunächst ebenfalls unter Abgabedruck, nachdem die Experten von der
Bank of America
Merrill Lynch sich kritisch zum Sektor geäußert hatten.
ThyssenKrupp und
ArcelorMittal näherten sich in der Schlussrunde jedoch wieder ihrem Vortagesniveau und gingen mit minus 0,1 und plus 0,4 Prozent aus dem Handel. Zwar sei das Umfeld für die Stahlkocher derzeit nicht so schlecht, zitierten Händler aus der Studie. Die massiven Kapazitäten in Europa und die gestiegenen Materialkosten dürften die Gewinne der Konzerne aber beeinträchtigen, hieß es. Kurzfristig dürften Stahlwerte daher in einer recht engen Spanne verharren.
Robust präsentierten sich zunächst die Titel des französischen Einzelhändlers
Carrefour , die gegen den Markttrend gewannen. Zuletzt notierten sie jedoch 0,8 Prozent leichter. Der Konzern steigerte sein Ergebnis im ersten Halbjahr und bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Die
Citigroup empfahl daraufhin, das Papier zu kaufen. Die Experten der WGZ-Bank schlossen sich an: "Nach unserer Einschätzung verfügt die Aktie weiterhin über ein deutliches Kurspotenzial. Als wesentliche Kurstreiber sehen wir die Kosteneinsparungen, die Erholung auf dem Heimatmarkt sowie das expansionsgetriebene Wachstum im Ausland", schrieben sie in ihrer Analyse.
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