Marktberichte

Marktbericht DAX auch ohne Deutsche Bank im Halbjahreshoch

[11:50, 02.02.12]


Positive Nachrichten aus den USA haben den deutschen Leitindex so hoch schließen lassen wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Während sich die Deutsche-Bank-Aktie nach Quartalsverlusten im Minus befindet, sind die Sky-Deutschland-Papiere nach oben geschellt.


Ungeachtet enttäuschender Quartalszahlen der Deutschen Bank hat der DAX am Donnerstag seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Der deutsche Leitindex beendete den Handel mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 6655,63 Punkten, nachdem er am Mittwoch bereits um 2,4 Prozent geklettert war. Rückenwind gaben am Nachmittag Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der "alle verfügbaren Schritte" ergreifen will, um die US-Wirtschaft und das Finanzsystem vor den Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise zu schützen. "Bernanke will mit seinen Aussagen gute Stimmung in den Markt bringen", sagte ein Händler in Frankfurt. Der Startschuss für eine dritte Runde der geldpolitischen Lockerung (QE3) sei das aber noch nicht.

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Der EuroStoxx50 schloss 0,3 Prozent im Plus bei 2478 Zählern. An den US-Börsen notierten S&P 500 und Nasdaq ebenfalls fester, der Dow-Jones-Index gab leicht nach. Für Gesprächsstoff sorgte an der Wall Street vor allem die Ankündigung des Internetportals Facebook, seinen 5 Mrd. schweren Börsengang in die Wege zu leiten.

Neben Bernanke schenkten die Anleger am deutschen Markt auch den Worten des chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao Aufmerksamkeit. Der Regierungschef sagte nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking, die Volksrepublik prüfe, sich über die Euro-Rettungsschirme EFSF und ESM stärker an der Lösung der europäischen Schuldenkrise zu beteiligen.

Analysten zeigten sich von der Bilanz der  Deutschen Bank enttäuscht, deren Gewinn für 2011 mit 5,4 Mrd. Euro weit unter den selbst gesteckten Zielen lag. "Das Ergebnis ist eine Katastrophe", sagte Dirk Becker von Kepler. "Es hat operative Abschwächungen gegeben im Investmentbanking. Aber wenn man die unerwarteten Faktoren rausrechnet, liegt das Ergebnis ungefähr auf dem Niveau der Analystenschätzungen." Die Anteilsscheine der  Deutschen Bank, die mit einem Minus von bis zu 3,1 Prozent lange Zeit die rote Laterne im DAX gehalten hatten, gingen mit einem Abschlag von 0,4 Prozent bei 33,89 Euro aus dem Handel.

Auf der Gewinnerseite im DAX standen die Aktien der Deutschen Börse. Sie legten nach Analystenkommentaren um vier Prozent zu. Auch für die Papiere der Münchener Rück ging es nach einem zunächst richtungslosen Handel am Ende um zwei Prozent auf 103,60 Euro nach oben. Der weltgrößte Rückversicherer peilt nach einem Gewinnrückgang 2011 für das laufende Jahr wieder Milliardenüberschüsse an. Die Dividende soll mit 6,25 Euro pro Aktie genauso hoch bleiben wie im Vorjahr.

Im MDAX schossen die Papiere von Sky Deutschland um 19,3 Prozent auf 2,26 Euro nach oben. Der Bezahlfernsehsender hat im vorigen Jahr 359.000 Kunden gewonnen. Außerdem plant Sky eigenen Angaben zufolge zusätzliche Finanzierungsmaßnahmen über 300 Mio. Euro, die vollständig durch Murdochs Medienkonzern News Corp abgesichert sind.

Am europäischen Markt sorgten die Fusionsgespräche zwischen dem weltgrößten Rohstoffhändler Glencore und dem Bergbau-Konzern Xstrata für Wirbel. Die Aktien von Glencore legten in London um 6,9 Prozent auf 456 Pence zu, die von Xstrata stiegen sogar um 9,9 Prozent auf 1233 Pence. "Die Gespräche könnten oder könnten auch nicht zu einem Angebot von Glencore für Xstrata führen. Es ist nicht sicher, ob es ein Angebot geben wird", blieb Xstrata in seiner knappen Stellungnahme aber vorsichtig.


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© 2012 Reuters

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