Marktberichte

Marktbericht Anleger trotzen S&P-Rundumschlag

[14:25, 16.01.12]

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Wachsamkeit ja, Panik nein: So reagieren die Investoren auf die Herabstufung der neun Euro-Staaten. Mit Spannung wird eine französische Anleiheauktion am Nachmittag erwartet.


Nach dem Rundumschlag der Ratingagentur Standard & Poor's gegen neun Euro-Länder haben die europäischen Börsen im Minus gestartet. Der DAX gab um bis zu 0,6 Prozent nach, drehte kurz darauf aber leicht ins Plus. Der Euro Stoxx 50 fiel zeitweise um 0,8 Prozent. An der Börse in Paris notierte der Leitindex CAC 40 nahezu unverändert, obwohl Frankreich am Freitag sein Spitzenrating "AAA" verloren hatte.

EUR/USD
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
965275
Aktueller Kurs
1,25 $
Veränd. z. Vortag
-0,34 %

Der Euro fiel im asiatischen Handel zeitweise auf 1,2626 Dollar, den tiefsten Stand seit August 2010. Die Gemeinschaftswährung berappelte sich aber schnell wieder und notierte bei Handelsauftakt in Frankfurt praktisch unverändert zum Vortag.

Die Kurse von Staatsanleihen der von S&P herabgestuften Länder gaben nach. Besonders hart traf es die Schuldtitel Italiens, dessen Bonitätsnote die Ratingagentur am Freitag gleich um zwei Stufen herabgesetzt hatte: Die Renditen italienischer Zehnjahrespapiere, die sich entgegengesetzt zu den Kursen bewegen, kletterten um 0,16 Prozentpunkte auf 6,80 Prozent. Spanische Zehnjahresläufer rentierten mit 5,31 Prozent 0,09 Prozentpunkte über dem Niveau vom Freitag.

Die Renditen französischer Staatsanleihen legten um 0,05 Prozentpunkte auf 3,12 Prozent zu. Um 14.50 Uhr will das französische Finanzministerium bei einer Schatzwechsel-Auktion bis zu 8,7 Mrd. Euro aufnehmen. Die Nachfrage nach den Titeln ist ein erster Markttest nach der Herabstufung.

Der japanische Nikkei fiel um 1,43 Prozent. Der chinesische Shanghai Composite Index gab sogar 1,7 Prozent nach.

S&P hatte am Freitag neun Euroländern schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit verpasst. Neben Frankreich verlor auch Österreich die Bestnote "AAA". Schlechtere Ratings erhielten auch Italien, Spanien, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern. S&P begründete die Herabstufungen damit, dass die Beschlüsse des Euro-Gipfels Anfang Dezember für eine Überwindung der Schuldenkrise nicht ausreichten.


 

© 2012 ftd

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