Der DAX stieg um 0,8 Prozent auf 6164 Punkte. Der Stoxx 50 notierte 1,1 Prozent stärker bei 2559 Punkten. Der FTSE 100 in London gewann 0,4 Prozent auf 5430 Zähler und der Pariser CAC 40 legte 0,9 Prozent auf 3677 Punkte zu.
Hoffnungsvolle US-Börsianer gaben den europäischen Märkten Auftrieb. "Die US-Futures haben sich im Laufe des Tages nach und nach ins Plus gedreht und den DAX mitgezogen", sagte Fidel Helmer, Leiter Wertpapierhandel bei Hauck & Aufhäuser. Henk Potts von
Barclays Stockbrokers in London führte den Aufwärtstrend auch auf die Nervosität der Anleger zurück. "Der Markt bleibt ziemlich volatil, womit auch positive Nachrichten schnell eine Reaktion nach sich ziehen."
Auch die Aussicht auf anhaltendes Wirtschaftswachstum in Deutschland unterstützte den DAX. Der deutsche Leitindex war am Vormittag zeitweise bis zu 0,9 Prozent abgerutscht.
Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Juli um 0,1 Prozent gestiegen. "Ich bin positiv von den Zahlen überrascht, da ich mit einem Minus gerechnet hatte", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. "Wir gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend in der Industrie fortsetzen wird. Das hohe Tempo des ersten Halbjahres wird jedoch nicht zu halten sein." Am Dienstag hatte ein unerwarteter Rückgang der Auftragseingänge der deutschen Industrie den DAX belastet.
Im DAX stand die Aktie von K+S an der Spitze mit einem Plus von 2,5 Prozent.
Für den Anstieg sind Händlern zufolge anhaltende Übernahmespekulationen im Düngemittelsektor verantwortlich. "Es wird am Markt weiter über ein höheres Gebot für den kanadischen Konkurrenten Potash spekuliert, dabei wird meist auch
K+S mit ins Spiel gebracht", sagte ein Händler. Der Düngemittelhersteller Potash lehnt das 39 Mrd. Dollar schwere Angebot des weltgrößten Bergbaukonzern BHP Billiton ab. "Da setzen einige Anleger darauf, dass
BHP Billiton bei Potash nicht zum Zuge kommen und sich deshalb
K+S zuwenden könnte", so der Händler. Analysten halten das für unwahrscheinlich, weil der Abbau von Kali in Deutschland sehr teuer ist.
K+S hat nur Lagerstätten in Deutschland. K+S-Aktien waren am Dienstag von Spekulationen über eine Prognosesenkung belastet worden. Das Unternehmen hatte jedoch seinen Jahresausblick bestätigt.
Dagegen verloren die Papiere von Infineon 1,8 Prozent auf 4,26 Euro. Die Analysten der
UBS hatten das Kursziel von 5,35 Euro auf 4,70 Euro gesenkt.
Mögliche schärfere Eigenkapitalregeln für Geldinstitute beunruhigten die Anleger: Die Aktie der Commerzbank büßte 1,1 Prozent ein, das Papier der Deutschen Bank 0,8 Prozent.
Die Börsianer treibt die Frage um, ob die künftigen Eigenkapitalregeln der Aufseher des Baseler Ausschusses die Banken dazu zwingen, für ihre ausgereichten Kredite deutlich mehr Eigenkapital als bisher vorzuhalten. Dies würde ihre Gewinnmargen schmälern, da die Banken dann vor der Wahl stehen, entweder mehr Eigenkapital aufzunehmen oder aber ihr Kreditvolumen zurückzufahren. Aus Aufsichtskreisen verlautete, dass sich die Aufseher zumindest auf einen Vorschlag zur Verschärfung der Regeln geeinigt hätten. Der Baseler Ausschuss tagt erneut am Sonntag.
Im europäischen Stoxx 50 standen ebenfalls Bankpapiere auf der Verkaufsliste. Die Aktien von Barclays verloren 1,9 Prozent, die Papiere von Société Générale 1,1 Prozent.
In Athen brachte die National Bank of Greece am Dienstagabend eine Kapitalerhöhung auf den Weg. Die Aktie des Geldinstituts fiel zeitweise bis auf 12,1 Prozent. Die größte Bank Griechenlands will 2,8 Mrd. Euro einnehmen. Wegen der Diskussion um eine schärfere Regulierung für alle Banken steht die Branche an der Börse in dieser Woche ohnehin im Fokus der Anleger.
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