Der Dax schloss 0,9 % fester bei 5937 Punkten. Der Stoxx 50 gewann 0,4 % auf 2587 Zähler. In London legte der FTSE 100 0,7 % zu, der Pariser CAC 40 gewann 0,9 %.
Anleger waren den ganzen Handelstag über auf sich gestellt. "Es gab keine marktbewegenden Konjunkturnachrichten", sagte Fidel Helmer, Leiter des Aktienhandels bei Hauck & Aufhäuser zu FTD.de. Investoren hielten sich dabei mit größeren Investitionen zurück. Die Umsätze bei Dax-Future-Kontrakten lagen weit unter dem sonst üblichen Niveau. "Wenige haben derzeit den Mut sich hier zu engagieren", sagte Thomas Nagel, Aktienhändler und Marktstratege von Equinet, zu FTD.de. "Man könnte es aber auch so sehen: Es gibt keine Umsätze, weil es keine Investoren gibt", sagte Nagel. Er erinnerte an die Dot-Com-Blase von vor zehn Jahren: "Damals waren jeder Mensch euphorisiert von den Märkten. Heute sehen wir das komplette Gegenteil: Keinen interessiert mehr, was an der Börse passiert", sagte Nagel.
Anleger bevorzugten europaweit Aktien von konjunkturempfindlichen Unternehmen. "Der Grund dafür ist aber nur, dass die Branchenkollegen aus den USA sich verteuerten", sagte Helmer von Hauck & Aufhäsuer. Die Papiere von ThyssenKrupp und Salzgitter kletterten 1,8 und 1,5 %. Im Stoxx 50 verteuerte sich Rio Tinto 1,8 %. BASF gewann 1,7 %, Petrofac kletterte 4,2 %.
Barclays gewann nach einer Berg- und Talfahrt 0,6 %. Anleger reagierten zuversichtlich auf eine Meldung, wonach das Institut darüber nachdenkt, eine amerikanische Privatkundenbank zu kaufen. Ein Händler sagte jedoch zu FTD.de, es gebe ein Gerücht, wonach
Barclays dem Bericht widersprochen habe und sich auch noch offiziell dazu äußern werde. Nachdem das Institut 2008 die nordamerikanische Lehman-Sparte erworben hatte, will die Bank weitere Marktanteile einkaufen, hatte das "Wall Street Journal" berichtet.
Eon-Zahlen überzeugen Investoren
Die Aktie von Eon notierte mit einem Aufschlag von 1,4 %. Der Energiekonzern verbuchte 2009 einen Rückgang sowohl des Umsatzes als auch des operativen Gewinns. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern ging 2 % auf 9,6 Mrd. Euro zurück. Damit enttäuschte Eon die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 9,9 Mrd. Euro gerechnet hatten. Für das laufende Geschäftsjahr äußerten sich die Düsseldorfer zurückhaltend. Doch Anleger sollen für 2009 eine Dividende auf Vorjahresniveau ausgezahlt bekommen - pro Aktie will das Unternehmen 1,50 Euro ausschütten. "Energiekonzerne sind gerade in diesen Zeiten sichere Häfen", sagte Helmer.
Münchener-Rück-Chef gibt Entwarnung
Aktionäre der Münchener Rückversicherung reagierten erleichtert auf die Aussagen von Vorstandschef Nikolaus von Bomhard. Er sagte bei der Bilanzvorlage in München, dass der Rückversicherer trotz der Belastungen durch das Erdbeben in Chile und den Sturm "Xynthia" am angepeilten Milliardengewinn festhalte. Die Aktie gewann 1 %.
Novartis meldet Vollzug
Die Aktie von Novartis verlor 0,7 %. Der Pharmakonzern hat zur Refinanzierung der Alcon-Übernahme 5 Mrd. $ aufgenommen und damit 1 Mrd. $ mehr als geplant.
Novartis teilte mit, der Betrag verteile sich auf drei Tranchen, die zwischen 2013 und 2020 zur Rückzahlung fällig würden. Die Verzinsung bewegt sich je nach Laufzeit zwischen 1,9 und 4,4 %. Die Übernahme des Augenheilmittelkonzerns Alcon dürfte
Novartis rund 50 Mrd. $ kosten. Da einige Alcon-Aktionäre noch eine Nachbesserung der Offerte verlangen, steht der genaue Übernahmepreis noch nicht fest.
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