Marktberichte

Marktbericht EZB-Rücktritt erschüttert Euro und DAX

[15:20, 09.09.11]

Seite 1 | 2

Die nächste Führungsfigur verlässt die EZB - der Rücktritt des Chefvolkswirts Jürgen Stark lässt den DAX abstürzen. Auch der Euro zeigt sich labil angesichts des Streits um den Kurs der Notenbank. Gute Nachrichten gibt es für  Bayer - die Aktie profitiert.


Der überraschend angekündigte Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat den DAX am Freitag auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gedrückt. Zum Handelsschluss fiel der deutsche Leitindex um vier Prozent auf 5190 Punkte. Das war der tiefste Stand seit Juli 2009.

Auf Wochensicht gab der DAX damit 6,3 Prozent ab. Der MDAX der mittelgroßen Werte büßte am Freitag 2,9 Prozent auf 8536 Punkte ein, der Technologiewerte-Index TecDAX verlor 2,8 Prozent auf 701 Punkte.

Den Rücktritt Starks, der laut EZB bis zur Ernennung eines Nachfolgers noch im Amt bleibt, bezeichnete ein Börsianer als "einen weiteren Schlag für die Glaubwürdigkeit der EZB, der den Graben zwischen Deutschland und den übrigen Mitgliedern wahrscheinlich vertiefen wird". Damit steige auch die Unsicherheit im ohnehin schwierigen Marktumfeld und verleihe den Argumenten der Euro-Kritiker, die das Aus der Gemeinschaftswährung erwarten, zusätzliches Gewicht.

DAX ®
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
846900
Stand
6.319,10
Veränd. z. Vortag
0,53 %

Die Bayer-Aktien legten als einziger DAX-Gewinner um knappe 0,06 Prozent zu. Der Pharma- und Chemiekonzerns profitierte von einer überraschenden Zulassungsempfehlung eines Ausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Gerinnungshemmer Xarelto. "Das kommt wirklich überraschend, nachdem es vor wenigen Tagen kritische Stimmen seitens der FDA gegeben hat und weitere Daten verlangt wurden", meinte ein Händler.

Im Blickfeld standen auch die Titel der Autobauer. Anders als geplant werden Volkswagen und Porsche in diesem Jahr nicht mehr fusionieren. Hintergrund sind noch immer bestehende juristische Hürden. Die VW-Vorzüge gaben daraufhin um 3,9 Prozent nach, Porsche-Papiere sackten um 13,6 Prozent ab.

Die im DAX notierten Aktien der Deutschen Börse, die zum Umtausch für die Fusion mit der New Yorker Börse NYSE angedient wurden, gaben um vier Prozent nach. Die anderen, die nicht angeboten wurden, büßten mehr als zehn Prozent ein. Sie reagierten damit auf die Absage an einen Zwangsausschluss für die Aktionäre, die ihre Anteilsscheine noch nicht für die Fusion getauscht haben. Laut einem Händler hatte der Börsenbetreiber das vorher nicht ausgeschlossen. Commerzbank-Titel waren mit minus 8,7 Prozent schwächster DAX-Wert, die Deutsche Bank sackte um 7,3 Prozent ab. Händler begründeten das mit den neuesten Nachrichten zu Griechenland und der allgemeinen Schwäche im Bankensektor, die europaweit die schwächste Branche war.

Der EuroStoxx 50 büßte 4,2 Prozent auf 2074 Punkte ein. Die nationalen Indizes in Paris und London schlossen ebenfalls sehr schwach. An der New Yorker Börse gab der Leitindex Dow Jones zum europäischen Handelsschluss um mehr als zwei Prozent nach.


 

© 2011 Reuters

Empfehlen

Facebook Twitter XING

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG


DAX 6.319,11

+33,36 Punkte/+0,53%
Chart
DAX Tops
  Kurse Diff%
51,67 +1,06%
122,65 +1,03%
14,79 +1,02%
36,15 +1,02%
DAX Flops
  Kurse Diff%
22,46 -5,43%
46,90 -1,01%
1,41 -0,99%
50,46 -0,75%
Kaufen Sie nach dem verpatzten Börsenstart nun Facebook-Aktien?
 
Ihre Stimmabgabe für das Leserinvestment der Ausgabe 24/2012

Grosse Lesserumfrage Zertifikateemittent 2012
Boerse Online DATA INTERAKTIVE
Finden Sie uns auf Facebook
Mehr Videos »