Der Euro ist auf ein Elfmonatstief zum Dollar gefallen. Nach einem unspektakulären Handelstag stürzte die Gemeinschaftswährung am späten Nachmittag innerhalb weniger Minuten um eineinhalb US-Cent ab auf ein Tagestief von 1,3057 Dollar. Das war der niedrigste Wert seit dem 12. Januar.
Kurz zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihren Widerstand gegen eine Aufstockung des Euro-Rettungsfonds bekräftigt. In der Fraktionssitzung von CDU und CSU habe sie nach Angaben von Teilnehmern gesagt, sie halte die auf dem jüngsten EU-Gipfel vereinbarte Überprüfung der Obergrenze von 500 Mrd. Euro für unnötig. Ähnlich hatte sie sich am Freitag zum Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel geäußert. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hatte dagegen diese Überprüfung am Dienstag ausdrücklich unterstrichen.
Die Summe von 500 Mrd. Euro bezieht sich auf den Europäischen Stabilisierungsmechanismus ESM, der Mitte 2012 den derzeitigen Rettungsfonds EFSF ablösen soll. Da ein Teil der Mittel bereits für die Hilfsprogramme für Griechenland, Irland und Portugal verplant sind, zweifeln viele Marktteilnehmer an der Schlagkraft des Rettungsfonds.
Neben dem Euro reagierten auch die Aktienmärkte empfindlich auf die Nachricht. DAX und Euro Stoxx 50 drehten ins Minus. Der DAX schloss 0,2 Prozent schwächer bei 5774 Zählern, nachdem er im Tagesverlauf zeitweise um 1,2 Prozent in die Höhe geklettert war. Der Euro Stoxx 50 verlor 0,4 Prozent.
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