Richtungslose Aktienmärkte haben den letzten Handelstag des Monats mit unterschiedlichen Vorzeichen beendet. Eine Reihe von Zahlen aus der US-Wirtschaft sorgte für einen volatilen Nachmittag, aus dem der DAX mit Kursgewinnen hervorging.
Der DAX schloss 0,2 Prozent fester bei 6169 Punkten. Damit beendet der deutsche Leitindex den Juli mit einem Plus von rund fünf Prozent. Der Stoxx 50 verlor 0,2 Prozent. Der Pariser CAC 40 sank um 0,4 Prozent vor, der Londoner FTSE 100 büßte 0,1 Prozent ein.
Der Handelstag war zunächst von Gewinnmitnahmen geprägt. Nach einer unerwartet positiven Berichtssaison und hohen Aufschlägen bei vielen Aktien gingen die Anleger auf Nummer sicher und machten Kasse, zumal die Befürchtung lauter wurde, die Wachstumsdynamik könnte sich im dritten Quartal abschwächen.
Am Nachmittag sorgten die Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt für Ernüchterung. Das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft verlor im zweiten Quartal an Tempo und sank von revidierten 3,7 auf 2,4 Prozent. "Insgesamt enttäuschen die Zahlen und verstärken die Sorgen um den Zustand der US-Wirtschaft. Insbesondere der geringere Konsumzuwachs ist ungünstig. Einzig erfreulich ist der gestiegene Zuwachs bei den Ausrüstungsinvestitionen", heißt es in einem Analysepapier der Helaba.
Die US-Daten der Einkaufsmanager und zum Konsumentenvertrauen übertrafen dagegen die Markterwartungen und machten Europas Anlegern wieder Mut zum Aktienkauf. "Der Konjunkturindex ist deutlich besser ausgefallen als erwartet, das hat die Stimmung gehoben", sagte ein Händler.
Heidelcement muss für Prognose büßen
Heidelberg Cement blieb jedoch unbeliebt. Mit dem Ergebnis für das zweite Quartal übertraf das Unternehmen zwar die Markterwartungen. Trotzdem war die Aktie mit einem Abschlag von 3,4 Prozent Schlusslicht im DAX. Als Begründung nannten Händler eine pessimistischere Prognose des französischen Konkurrenten Lafarge . Das Unternehmen rechnet mit einem weniger starken Anstieg der weltweiten Zementnachfrage als bisher angenommen. Im zweiten Quartal hatte HeidelbergCement den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahr um 10,4 Prozent auf 492 Mio. Euro gesteigert. Der Umsatz kletterte um 9,5 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro.
Auch das Papier der
Deutschen Börse landete auf der Verkaufsliste und verlor 1,4 Prozent auf 53,13 Euro. Die US-Bank
Citigroup hatte das Kursziel von 67 auf 60 Euro herabgesetzt. Unicredit erhöhte dagegen den Zielwert von 62 auf 65 Euro.
Metros Umbaupläne kommen an
Gefragt war die Aktie von
Merck mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 68,30 Euro. Die
Deutsche Bank hatte eine Kaufempfehlung ausgesprochen und das Kursziel von 80 auf 85 Euro angehoben. Bereits am Donnerstag hatte das Papier kräftig zugelegt, nachdem der Chemiekonzern ein Umsatzplus von 21 Prozent für das laufende Jahr in Aussicht gestellt hatte.
An der DAX-Spitze notierte die Aktie von
Metro . Die Anleger honorierten den geplanten Konzernumbau. Unter anderem ist bei dem Einzelhandelsunternehmen eine Verlagerung des Rechnungswesens und der Informationstechnologie nach Osteuropa im Gespräch. Dafür sollen in Deutschland nach Medienberichten mindestens 400 Arbeitsplätze wegfallen. Die Aktie stieg um 2,3 Prozent.
Total glänzt
Einen gewaltigen Umsatz- und Gewinnanstieg verbuchte der französische Ölkonzern
Total im zweiten Quartal. Die Verkäufe erhöhten sich um 31,5 Prozent von 31,4 auf 41,3 Mrd. Euro. Der Überschuss stieg um fast drei Viertel auf 2,96 Mrd. Euro. Die Aktie legte 0,9 Prozent zu.
Mit roten Zahlen beendete das Flugunternehmen British Airways das erste Geschäftsquartal. Der britische Konzern weitete seinen Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr von umgerechnet 126 Mio. auf 146 Mio. Euro aus. Als Grund nannte das Unternehmen die Aschewolke, die wochenlang den Flugverkehr beeinträchtigt hatte, und Streiks des Flugpersonals. Analysten hatten mit höheren Verlusten gerechnet - die Aktie stieg um 1,7 %.
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