Die Gemeinschaftswährung notiert auf dem höchsten Stand seit fünf Wochen. Die Aussicht auf drei weitere Jahre Niedrigzinsen in den USA schwächt den Dollar. Hinzu kommen ermutigende Konjunktursignale aus Deutschland und Frankreich.
Die US-Notenbank Federal Reserve hat den Dollar auf den tiefsten Stand seit Weihnachten gedrückt. Ein Euro kostete am Donnerstag bis zu 1,3184 Dollar, so viel wie zuletzt am 21. Dezember. Innerhalb von zehn Tagen gewann der Euro damit 5 US-Cent an Wert: Noch am 16. Januar hatte die Gemeinschaftswährung bei 1,2667 geschlossen. Am Donnerstagabend notierte sie bei 1,3154 Dollar.
Die Aussicht auf eine Verlängerung der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank bis Ende 2014 verstärkte den Aufwärtstrend des Euro. Denn Geldanlagen in höher verzinsten Währungen werfen tendenziell mehr Ertrag ab. In der Währungsunion liegt der Leitzins derzeit bei 1,0 Prozent, in den USA nahe null. Die Fed-Entscheidung schob auch den DAX an: Der deutsche Leitindex schloss 1,8 Prozent im Plus bei 6540 Zählern.
Auftrieb gaben dem Euro wie den Aktienkursen auch ermutigende Konjunktursignale: Die deutschen Verbraucher sind trotz Schuldenkrise und Konjunkturflaute so zuversichtlich wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Der Konsumklima-Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts
GfK für Februar kletterte um 0,2 auf 5,9 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit März 2011. Auch in Frankreich hellte sich die Stimmung ein wenig auf: Der Index für Verbrauchervertrauen stieg nach Angaben des nationalen Statistikamts auf 81 Zähler, nachdem er im Dezember auf ein Dreijahrestief von 80 Punkten gefallen war.
US-Daten ergeben gemischtes Bild
Die jüngsten Daten aus den USA fielen durchwachsen aus: Das Auftragsvolumen für langlebige Industriegüter im Dezember legte um drei Prozent zu. Der Dow Jones stieg daraufhin auf 12.842 Zähler, den höchsten Stand seit Mai 2008. Er gab einen Teil der Gewinne aber wieder ab, als das Wirtschaftsministerium enttäuschende Zahlen zum Immobilienmarkt veröffentlichte: Im Dezember wurden weniger neue Häuser verkauft als noch im November. Es war der erste Rückgang seit vier Monaten.
Der Euro hatte bereits am Dienstag und Mittwoch davon profitiert, dass der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone so wie der Ifo-Geschäftsklimaindex für die deutsche Wirtschaft zulegten. Die Daten dämpften die Furcht vor einer schweren Rezession in der Währungsunion.
Die US-Bank
Goldman Sachs rechnet mit einem weiteren Anstieg des Euro. Neben den jüngsten Konjunkturdaten und der lockeren US-Geldpolitik spreche auch die Einigung der EU auf striktere Haushaltsregeln dafür, dass der Euro "in der näheren Zukunft seine Rally fortsetzen und der Dollar sich weiter abschwächen könnte", heißt es in einer unmittelbar nach der Fed-Sitzung veröffentlichten Analyse. Goldman hatte bereits in seinem vergangene Woche veröffentlichten Monatsausblick geschrieben, der Euro könnte bis zum Jahresende auf 1,45 Dollar steigen.
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