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Marktbericht Schuldenkrise drückt DAX ins Minus

[15:00, 05.01.12]

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Nach dem guten Start ins Jahr gibt der Leitindex seine Gewinne teilweise wieder ab. Grund dafür sind die Sorge um Griechenland und europöische Banken. Der Euro notierte so niedrig wie zuletzt 2010.


Die Euro-Schuldenkrise kehrt allmählich an die Aktienmärkte zurück. Trotz ermutigender Zeichen der US-Wirtschaft ließen sich die Anleger in Europa nicht aus der Reserve locken. Der DAX schloss 0,3 Prozent schwächer bei 6096 Punkten. Der EuroStoxx50 verlor 1,5 Prozent auf 2315 Zähler. Vor allem Bankentitel drückten wie schon am Vortag die Kurse - der europäische Branchenindex sackte um 3,2 Prozent ab. Die US-Börsen notierten ungeachtet guter Daten vom US-Arbeitsmarkt ebenfalls schwächer.

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Sorgen bereitete den Märkten der Eurokurs/USD , der auf bis zu 1,2779 Dollar absackte und damit so niedrig notierte wie seit September 2010 nicht mehr. Die Euro-Krise drücke auf die Stimmung der Anleger, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei  HSBC Trinkaus. "Hinzu kommt, dass der DAX gut ins Jahr gestartet ist und nun einen Teil seiner Gewinne wieder abgibt." Um den Jahreswechsel herum hatte der deutsche Leitindex noch rund 7 Prozent an Wert gewonnen.

Dass Griechenland die nächste Hilfstranche von EU, EZB und IWF frühestens erst im März erhält, machte einige Investoren nervös. Die siebte Tranche in Höhe von 5 Mrd. Euro war ursprünglich für Dezember geplant, die monatelange Hängepartie bei der Auszahlung von Hilfskrediten im vergangenen Jahr hat jedoch den gesamten Zeitplan des Programms zur Unterstützung des überschuldeten Euro-Landes ins Rutschen gebracht.

Erneut straften die Anleger den Finanzsektor ab. Einen Tag nach der für die italienische Großbank Unicredit enttäuschend verlaufenen Kapitalerhöhung kursierten unter Börsianern Gerüchte über eine bevorstehende Kapitalerhöhung der  Deutschen Bank. Ein Sprecher der  Deutschen Bank sagte, das Institut kommentiere Marktgerüchte nicht. Die Aktien des Geldhauses sanken um 5,6 Prozent, die der  Commerzbank fielen um 4,5 Prozent. In Mailand waren die Aktien von Unicredit wie am Vortag im freien Fall und sackten um 17,3 Prozent ab. Die österreichischen Titel Erste Bank und Raiffeisen verloren 9 und 6,3 Prozent.

Zu den größten Verlieren im DAX zählten auch HeidelbergCement, sie gaben 2,8 Prozent nach. Die Analysten von  Credit Suisse hatten die Titel des Baustoffherstellers heruntergestuft auf "Underperform" von "Outperform" - der Schuldenabbau gehe zu langsam voran. Bei der Rally an den Aktienmärkten zu Wochenbeginn hatten die Titel von HeidelbergCement gut sechs Prozent zugelegt.

Gefragt waren in Frankfurt dagegen die Autowerte.  VW,  Daimler und  BMW legten zwischen 2,6 und 0,5 Prozent zu. Für  VW liefen die Geschäfte in den USA im Dezember glänzend und auch  BMW konnte seinen Absatz dort kräftig steigern.  Daimler vermeldete zudem für 2011 einen weltweiten Absatzrekord.

Im MDAX drückte der sich abzeichnende Gerichtsprozess zwischen der Stadt Dresden und  Gagfah die Papiere des Wohnungskonzerns um sieben Prozent. Nach Angaben des Landgerichts Dresden wird in den nächsten zwei bis drei Wochen entschieden, wann der Prozess beginnt. Die Stadt hat den Konzern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Mieterschutzklauseln auf eine Vertragsstrafe von mehr als 1 Mrd. Euro verklagt.


 

© 2012 Agentur

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