Viele Investoren verstört, dass Merkel und Sarkozy Athen die Leviten lesen und das Pokern um die Griechen-Hilfe kein Ende findet. Es gab kaum Bewegung im deutschen Leitindex.
Das Hickhack um eine Lösung für Griechenland hat am Montag an den europäischen Aktienmärkten zeitweise für Gewinnmitnahmen gesorgt. Bis Handelsschluss pirschte sich der DAX aber wieder an seinen Freitagsschluss von 6766 Punkten heran und ging mit 6764 Zählern nahezu unverändert aus dem Handel. In Paris und Mailand fielen die Verluste mit 0,7 beziehungsweise 0,3 Prozent etwas deutlicher aus. Der EuroStoxx50 verlor 0,4 Prozent.
"Bevor die Griechenland-Frage nicht gelöst ist, ist es schwierig, eindeutig optimistisch zu sein", sagte Andrew Pease, Stratege bei Russell Investments in London. Angesichts der hohen Unsicherheit gaben die Umsätze stark nach. Viele Anleger hielten sich zurück.
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An den vergangenen Tagen hatten die Investoren das Griechen-Drama ausgeblendet und sich auf ermutigende Konjunkturdaten aus den USA fokussiert. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex gut 14 Prozent und der EuroStoxx rund acht Prozent gewonnen. Doch angesichts des Gezerres um ein zweites Rettungspaket für Griechenland und um einen Schuldenschnitt durch die privaten Gläubiger ging einigen Investoren am Montag der Mut aus.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ermahnten die Regierung in Athen im Streit um Reformauflagen einzulenken, da andernfalls die Milliardenhilfen nicht fließen könnten. An den Börsen wird befürchtet, dass die Alternative eine Staatspleite Griechenlands wäre. In einem Fernsehinterview Merkel sagte, das sei für sie keine Alternative.
Unter der Hängepartie um Griechenland litten einige Bankenwerte, die zuletzt stark zugelegt hatten. Im DAX gehörten die Aktien der
Deutschen Bank und der
Commerzbank mit Abschlägen von je gut ein Prozent zu den größten Verlierern. In Paris fielen die Aktien von
Credit Agricole und
Societe Generale um je fast drei Prozent. Letztere hatten in der Vorwoche 15 Prozent zugelegt.
Dem Trend entziehen konnten sich die Aktien der italienischen Unicredit mit einem Plus von 1,6 Prozent. Gegen den Branchentrend zogen auch die Aktien der griechischen Banken um durchschnittlich elf Prozent an. Einem Banken-Insider zufolge sollen die Geldhäuser durch einen Tausch von Anleihen in Stammaktien mit begrenzten Stimmrecht rekapitalisiert werden. Dadurch sinke das Risiko einer Verstaatlichung, sagte ein Händler über das Plus.
RWE überzeugt mit ambitoniertem Sparplan
Zu den größten Gewinnern im DAX zählten die Aktien von
RWE nach einer Hochstufung durch Analysten mit einem Plus 2,6 Prozent. Der künftige RWE-Chef Peter Terium will den Sparkurs verschärfen und 2013 und 2014 rund 1. Mrd. Euro zusätzlich einsparen.
Auf der DAX -Verliererseite standen nach einem kritischen Analystenkommentar die Post-Aktien mit einem Abschlag von 2,4 Prozent ganz oben. Konjunkturabhängige Werte wie
Metro und HeidelbergCement waren ebenfalls verpönt und verloren 2,4 beziehungsweise 1,5 Prozent.
Im MDAX trieben Spekulationen auf einen Übernahmekampf die Aktien von
Douglas um 4,5 Prozent in die Höhe. Auslöser der Käufe war laut Händlern die Nachricht, wonach sich der Drogerie-Unternehmer und Großaktionär Erwin Müller Optionen zum Kauf weiterer Douglas-Anteile gesichert hat.
Auf Talfahrt gingen die Papiere von Sky Deutschland, die rund zwei Prozent verloren. Laut Händlern fürchten Anleger einen teuren Bieterwettbewerb mit der
Deutschen Telekom um die Bundesligarechte. Aktien von Sky hatten in der vergangenen Woche dank steigender Abonnentenzahlen über 40 Prozent zugelegt. Die T-Aktien schlossen 0,5 Prozent höher.
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