Die Herabstufung zahlreicher Banken durch die Ratingagentur Fitch zeigt kaum Auswirkungen: Die
Deutsche Bank rutscht erst spät ins Minus, andere Geldhäuser schließen sogar im Plus. Der DAX verliert zum Hexensabbat 0,5 Prozent.
Zum letzten Verfallstermin des Jahres 2011 haben die Kurse der europäischen Aktienindizes nachgegeben. "Der Weihnachtsmann muss sich sputen, wenn es mit der Jahresendrally noch etwas werden soll", sagte ein Börsianer. DAX und EuroStoxx50 verabschiedeten sich am Freitag mit Kursverlusten von jeweils etwa 0,5 Prozent ins Wochenende und beendeten bei 5702 beziehungsweise 2206 Punkten den Xetra-Handel. An der Wall Street legte der US-Standardwerteindex Dow Jones dagegen 0,3 Prozent zu.
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Größere Ausschläge blieben am sogenannten Hexensabbat aus. Viele Investoren hätten dieses Kursniveau erwartet, sagte Aktienstratege Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler. Damit entfällt für diese Gruppe die Notwendigkeit, die Kurse mit größeren Käufen oder Verkäufen zum Verfall in eine günstige Richtung zu bewegen. Am Mittag liefen Futures und Optionen auf Indizes aus. Zum Xetra-Schluss waren Optionen auf einzelne Aktien an der Reihe. Das Volumen aller Käufe und Verkäufe von DAX-Werten lag mit 6,7 Mrd. Euro rund ein Viertel niedriger als beim vorangegangenen Hexensabbat im September.
"Die Anleger sind einfach nur froh, dass das Jahr vorbei ist und haben gleichzeitig Angst vor dem, was noch kommt", sagte ein Händler. Auch nach Einschätzung des Aktienmarktexperten David Thebault von Global Equities verhindert die Schuldenkrise mit allen ihren Folgen eine Jahresendrally. "Über der Euro-Zone schwebt das Damoklesschwert einer Herabstufung durch die Ratingagenturen. Das macht es schwer, Vertrauen in die Märkte zu fassen", betonte er.
Dieses Schwert könnte schon bald herabfallen, warnt Commerzbank-Analyst David Schnautz. "Inzwischen wissen wir, dass Ratingagenturen freitagabends gerne Ratings senken. Da der Freitag nächster Woche durch Weihnachten 'blockiert' ist, könnten sie heute zur Tat schreiten." Ein Händler mahnte zur Besonnenheit: "Inzwischen stellt sich ernsthaft die Frage, ob eine Herunterstufung überhaupt noch Auswirkungen auf die Kurse hätte - bei den Bankwerten sind
Die Ratingagentur Fitch hatte am Donnerstagabend ihre Einschätzung der Kreditwürdigkeit zahlreicher Geldhäuser korrigiert. So verschlechterte sich die Bonitätsnote der
Deutschen Bank auf "A+" von zuvor "AA-". Die Aktien des deutschen Branchenprimus rutschten erst gegen Handelsschluss ins Minus und schlossen 1,1 Prozent tiefer bei 27,35 Euro.
Goldman Sachs,
Barclays und
Bank of America, deren Kreditwürdigkeit Fitch nun ebenfalls schlechter einschätzt, legten sogar bis zu 1 Prozent zu. Angesichts der sich verschärfenden Euro-Krise seit Juli sei der Schritt von Fitch keine Überraschung, betonte Michael Rohr, Analyst bei Silvia Quandt Research.
Zu den schwächsten Werten im DAX zählten
SAP. Der verhaltene Ausblick der IT-Beratungsfirma Accenture drückte hier auf die Stimmung.
SAP gaben um 2,6 Prozent auf 42,25 Euro nach. "Accenture reiht sich nahtlos in die mittlerweile beachtliche Kette an verhaltenen beziehungsweise negativen Kommentaren aus der IT-Branche für die kommenden Monate ein", schrieb LBBW-Analyst Mirko Maier in einem Kommentar. Den konjunkturellen Rahmenbedingungen könne sich auch
SAP nicht entziehen. Für Verkäufe sorgte laut Händlern zudem eine Herunterstufung der BofA/Merrill Lynch: Die Analysten setzten die SAP-Aktien auf "Neutral".
Ein Gewinneinbruch beim Konkurrenten Research in Motion (RIM) drückte unterdessen
Nokia zeitweise auf ein Vier-Monats-Tief von 3,63 Euro. Das schwache Geschäft des Blackberry-Herstellers nähre Zweifel, ob
Nokia mit seinen Smartphones erfolgreich sein könne, sagte Nordea-Analyst Sami Sarkamies. Der finnische Handy-Hersteller liefert sich mit RIM, dem iPhone-Erfinder Apple und den Produzenten von Handys auf Basis des Google-Betriebssystems Android einen harten Kampf um den Markt für hochpreisige Smartphones.
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