Die Hängepartei bei der Entschuldung Griechenlands belastet am Dienstag die Stimmung an den europäischen und amerikanischen Börsen. Vor allem
Deutsche Bank und
Commerzbank lassen Federn.
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"Wir stehen wieder vor der Frage, ob Griechenland auf eine geordnete, chaotische oder technische Staatspleite zusteuert", sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt von Rockwell Global Capital. Analysten sind hinsichtlich einer baldigen Einigung der Regierung in Athen mit den privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt skeptisch. Knackpunkt ist derzeit der Durchschnittszins für die 30-jährigen Papiere, die die Banken oder Versicherungen im Tausch erhalten. Laut Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker soll dieser Zins deutlich unter vier Prozent liegen. Für die Banken war dies bisher die Schmerzgrenze.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab in den ersten Minuten um 0,6 Prozent auf 12.636 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,7 Prozent auf 1307 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 2767 Stellen. In Frankfurt lag der Dax zu dem Zeitpunkt 1,2 Prozent im Minus bei 6357 Punkten.
DAX-Werte im Blickpunkt
Der Dax verlor am Dienstag bis zum frühen Nachmittag 1,2 Prozent auf 6355 Zähler. Für Unmut bei den Anlegern sorgte aber vor allem der Gewinnrückgang bei
Siemens, dem schwersten Dax-Wert. Die Zahlen des deutschen Industrieflagschiffs seien nicht gerade gut gewesen und das dürfte auch für andere Unternehmen, wenn nicht sogar für die Weltwirtschaft ein schlechter Vorbote sein, fasste ein Börsianer zusammen. Siemens-Aktien fielen um vier Prozent auf 75,21 Euro. Die Anleger nahmen die Konkurrenten in Sippenhaft: in Paris brachen Alstom um fünf Prozent, in Zürich
ABB um vier Prozent ein.
Stärker als die Industrie- und Techwerte verloren zeitweise die Finanzwerte, die zum Wochenanfang noch kräftig zugelegt hatten. "Da machen viele Anleger auch mit Blick auf das Griechenland-Gezerre Kasse", sagte ein Händler. So rutschten
Commerzbank um bis zu 8,5 Prozent auf 1,78 Euro ab, nachdem sie seit Donnerstag angesichts der Aussicht auf das Schließen der Kapitallücke aus eigener Kraft mehr als 30 Prozent an Wert gewonnen hatten. Eine Abstufung der Anlageempfehlung durch
JP Morgan drückte die Aktien der
Deutschen Bank um knapp vier Prozent ins Minus. Ein kritischer Analystenkommentar machte auch bei den französischen Banken die Vortagesgewinne teils wieder wett:
Societe Generale fielen um mehr als sieben Prozent,
Credit Agricole um gut sechs Prozent.
Nebenwerte im Fokus
Im TecDax gerieten
Q-Cells -Papiere ins Taumeln: Der ums Überleben kämpfende Solarkonzern hat sein Grundkapital aufgezehrt.
Q-Cells lagen am frühen Nachmittag knapp 20 Prozent im Minus bei 0,40 Euro.
Zu den Tec-Dax-Schlusslichtern zählten auch die Aktien der
Software AG, die mit ihrem Ausblick die Anleger verprellte. Die Titel fielen um sechs Prozent.
Berichte über steigenden Zeitdruck bei den Kredit-Verhandlungen zur Vorfinanzierung des Frühjahrsgeschäfts bei
Praktiker drückten die zuletzt gesuchten Aktien der Baumarktkette im SDax um zwölf Prozent ins Minus.
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